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Bodenbelastung am Flughafen
Giftverdacht am Flugplatz hat sich erhärtet

Am Flugplatz Zweibrücken gibt es noch Altlasten.
Am Flugplatz Zweibrücken gibt es noch Altlasten. FOTO: -lo- ISDN/Mail / Triwo
Zweibrücken. SGD Süd: PFC-Belastung scheint aber ein Stück weit von kritischen Werten entfernt. Am früheren Löschteich und dem Shelter auf dem Flughafen sind aber Maßnahmen nötig. Betroffene Bereiche könnten etwa zubetoniert werden. Von Eric Kolling

Die PFC-Belastungen rund um den Zweibrücker Flughafen erfordern offenbar weitreichendere Maßnahmen als bisher angenommen. „Beim ehemaligen Löschteich zeigt sich weiterer Handlungsbedarf“, teilt SGD-Süd-Sprecherin Nora Schweikert mit. Die PFC-Konzentration im Boden sei dort mit 0,092 Milligramm/Kilogramm ermittelt worden. Der Grenzwert für einen Kinderspielplatz liegt bei 7 mg/kg – die Bodenbelastung ist also auf den ersten Blick weit entfernt von einem kritischen Bereich. Allerdings sind noch Werte des sogenannten Eluats bedeutsam, weil hier Gift ins ins Grundwasser ausgewaschen werden könnte. Diese liegen teilweise über einem Geringfügigkeitswert. Beim Shelter auf dem Flugplatz selbst sei die Belastung geringer, so Schweikert.

Dennoch werde wohl eine Sanierungsplanung für beide Bereiche erforderlich. Wie diese genau aussehen soll, darüber sollten sich jetzt Gutachter von Flughafeneigentümer Triwo und Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef) besprechen. Beide hatten nahegelegene Areale auf die giftigen Per- und polyflourierte Chemikalen überprüft. Die PFC sind nicht abbaubar und vermutlich krebserregend. Sie tauchen etwa in Pappbechern auf, resultieren um den Flughafen allerdings höchstwahrscheinlich aus Feuerlöschschäumen.

Im Mai hatten sich Vertreter von SGD Süd mit solchen der Stadt Zweibrücken, der Verbandsgemeinde, dem Zef, der Triwo und den eingebundenen Gutachtern getroffen und dabei vorgestellt, was die bei den zuvor von der SGD veranlassten Untersuchungen herausgekommen war. Der Zef hatte den Boden beim ehemaligen Löschteich und die Triwo den am früheren Shelter analysiert. Weil sich beim früheren Löschteich eine Straße befinde, die dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) gehört und von diesem betreut wird, ist er als zuständige Bodenschutzbehörde künftig auch mit im Boot in Sachen PFC-Beseitigung, erläutert Nora Schweikert.



Was steht nun konkret an? Beim Shelter schlägt „der Gutachter der Triwo eine Versiegelung der Flächen im Sinne einer Sicherung vor“. Die SGD Süd sehe einen Zusammenhang mit den Belastungen, die außerhalb des Flugplatzes am Heidelbinger Hof zu finden waren, da vom Shelter Entwässerungsrinnen in dessen Richtung laufen. Diese PFT- Belastungen (PFT ist eine Unterart von PFC) waren in der von der SGD Süd beauftragten „orientierenden Untersuchung“ entdeckt worden. Ob wirklich der Löschteich die Quelle der Belastung ist, soll jetzt ermittelt werden. Im Zuge dieser sogenannten Störerauswahl können die Verursacher einer Altlast oder die Grundstückseigentümer sowie auch die Inhaber von der Behörde zur weiteren Detailerkundung, Gefährdungsabschätzung oder auch zur Gefahrenabwehr verpflichtet werden.