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Kehrtwende
Gewobau beschließt Kauf des Bahnhofsgebäudes

Der Zweibrücker Bahnhof. Foto: Wittenmeier
Der Zweibrücker Bahnhof. Foto: Wittenmeier FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Diese Wende hatte sich angedeutet: Die Stadt kauft jetzt doch der Deutschen Bahn das hiesige Bahnhofsgebäude ab. Der Aufsichtsrat der Stadttochter Gewobau hat am Dienstag der Geschäftsführung des Unternehmens grünes Licht für den Schritt gegeben, teilte die Gewobau gestern mit. Von Eric Kolling

Jetzt müsse noch die Bahn zustimmen. Ob sie das tun wird, beantwortete sie gestern Nachmittag auf Merkur-Anfrage nicht mehr – ebenso auch weitere Fragen zum nun anstehenden Verkaufsprozedere und -preis.

Klar ist laut Gewobau: Sie übernimmt den Kaufvertrag, den der bisher einzige Interessent, die Firma Immobilia GmbH Zweibrücken, bereits ausgehandelt hatte. „Zwischen Gewobau und Immobilia besteht insoweit Einigkeit“, teilt die Stadttochter mit. Der Vertrag sei noch nicht beurkundet, die Unterschrift war ursprünglich für August geplant. Inzwischen wurde der Termin in den September verschoben

Die Beteiligten hätten, wie bei Grundstücksgeschäften üblich, Stillschweigen über Einzelheiten, insbesondere den Kaufpreis, vereinbart. „Mitgeteilt werden kann jedoch, dass die Aufwendungen der Gewobau für den Erwerb, inklusive aller Nebenkosten, unter dem von der Bahn bei der Ausschreibung genannten Mindestkaufpreis [409 000 Euro] liegen werden.“ 



Lange hatte sich die Stadt gesträubt, das Gebäude zu erwerben. Bürger hatten diese Haltung heftig kritisiert, weil etwa der Weg durch die Bahnhofshalle so künftig versperrt gewesen wäre. Die Debatte erreichte schließlich vergangene Woche den Stadtrat. SPD und CDU begrüßten damals beide einen Erwerb, wollten aber im Zuge des OB-Wahlkampfes aber jeder für sich die Lorbeeren für diese „Rettung“ einheimsen.