| 23:42 Uhr

Tag der Zahngesundheit
Gesund im Mund – bei Handicap und Pflegebedarf

Die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf hängt insbesondere von einer sorgfältigen Mundhygiene ab. Dazu gehört es auch, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen.
Die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf hängt insbesondere von einer sorgfältigen Mundhygiene ab. Dazu gehört es auch, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Der 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Gesund im Mund – bei Handicap und Pflegebedarf“.

In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamts 7,8 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung. Die Zahl der Pflegebedürftigen belief sich Ende 2015 auf rund 2,86 Millionen Menschen. Dabei ist zu beobachten: Die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung ist schlechter als die des Bevölkerungsdurchschnitts. Der Tag der Zahngesundheit 2018 richtet deshalb den Fokus darauf, wie die Mundgesundheit speziell bei Menschen mit einem Pflegegrad oder einer Behinderung verbessert werden kann. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten neue präventive Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen, auf die diese Menschen seit dem 1. Juli 2018 einen Anspruch haben.

„Es ist viel zu häufig zu beobachten, dass ein Pflegegrad oder ein körperliches Handicap in Deutschland gleichbedeutend mit einer schlechten Mundgesundheit sind. Werden Patienten, die vormals einen recht guten Mundgesundheitsstatus hatten, pflegebedürftig, gibt es einen regelrechten Einbruch. Auch sind zahlreiche Regelungen der ambulanten Betreuung nicht auf die spezifischen Belange von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). „Vor allem das Risiko für Karies, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen ist bei Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigen deutlich erhöht.“ Das wirkt sich negativ auf die Gesamtgesundheit aus. Zudem schränken Schmerzen, Mundtrockenheit oder nicht mehr alles essen zu können die Lebensqualität deutlich ein.

Diese Leistungen sollen die Mundgesundheit bei Menschen mit Behinderungen und Pflegebedarf stärken:



● Die Erhebung des Mundgesundheitsstatus’, wobei der Pflegezustand der Zähne, des Zahnfleisches, der Mundschleimhäute und des Zahnersatzes beurteilt wird,

● Die Erstellung eines Mundgesundheitsplans, der Auskunft über die individuelle Mund- und Prothesenpflege gibt,

● Die Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene und über Maßnahmen, wie die Mundgesundheit erhalten werden kann,

● Das Entfernen harter Zahnbeläge.

Diese Zahnvorsorge-Leistungen können die Betroffenen zweimal jährlich in Anspruch nehmen. Zahnärzte können die neuen Versorgungsmaßnahmen in der Praxis, in häuslicher Umgebung und in Pflege- bzw. Behinderteneinrichtungen durchführen. „Mit den neu eingeführten Präventionsleistungen sind die notwendigen Grundlagen für die Verbesserung der Versorgung aller pflegebedürftigen Menschen und vieler Menschen mit Behinderungen geschaffen worden“, freut sich Dr. Michael Kleinebrinker, Referatsleiter beim GKV-Spitzenverband. „Wir hoffen, dass diese Leistungen von möglichst vielen Menschen angenommen werden. Insgesamt können bis zu vier Millionen Versicherte davon profitieren, da nicht jeder Mensch mit Behinderung und Pflegebedarf Unterstützung bei der Mundgesundheit benötigt.“

Wie kann man im Alltag die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung stärken? Vor dieser Frage stehen vor allem Angehörige und Pflegepersonal. Auch ihnen soll der Tag der Zahngesundheit 2018 praktische Tipps an die Hand geben. „Die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf hängt insbesondere von einer sorgfältigen Mundhygiene ab. Dafür benötigen die betroffenen Personen sowie deren Angehörige und Pflegekräfte Zeit, die richtige Technik und die richtige Ausrüstung“, sagt Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene. „Zum Tag der Zahngesundheit am 25. September möchten der Verein für Zahnhygiene und die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin Pflegeeinrichtungen und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung mit insgesamt 25 900 Zahnpflege-Startersets unterstützen. Einrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderung, Sanatorien, ambulante Pflegedienste und ähnliche öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Einrichtungen können sich deutschlandweit beim Verein für Zahnhygiene melden und erhalten – so lange der Vorrat reicht – für jeden Bewohner und jede Bewohnerin ein Mundhygiene-Starterset gratis zugesandt.“⇥PR/cms

www.tagderzahngesundheit.de