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Maiwanderung
Genuss auf vielen Ebenen

Ein Freundeskreis aus Zweibrücken ist mit einem Bollerwagen unterwegs.
Ein Freundeskreis aus Zweibrücken ist mit einem Bollerwagen unterwegs. FOTO: Margarete Lehmann
Wattweiler. Tausend Familien und Singles waren am 1. Mai unterwegs zwischen Wattweiler und Hengstbach. Von Peter Fromann

Die Walpurgisnacht noch in den Knochen, doch für 30 weitere Tage frei von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium, wanderten die Kulinariker am 1. Mai los und fanden auf der Wattweiler Höhe dann ihre Köpfe schon frei von Ballast und gaben sich der Blütenwanderung hin. Restliche Blütenblätter weißer Obstbaumblüte segelten auf sie herab und schlichteten letzte Falten. Ist die Sattheit erst einmal abgewandert, locken Blütenwanderungsbratworschd und Co unwiderstehlich. 10.16 Uhr brach die Sonne durch die Wolken, mit ihr die Lust auf unverbaute Natur.

Thomas Körner steht schon Schlange am Büfett bei den Obstbauern. „Früher gab’s ein Mal die Woche Keesschmeer in der Familie (Quark mit Gurken und so), heute noch ein Mal im Jahr, eben bei der Blütenwanderung“. Es duftet appetitlich. Ob er vom TuS Wattweiler sei? „Ich bin vom TuS, vom Obstbauverein und anderen Vereinen mehr“, sagt er lachend. In Wattweiler sind die Menschen oft gleich in mehreren Vereinen. Hans Conrad vom Obstbauverein ergänzt: „Viele unserer Mitglieder helfen heute auch bei den Imbissstationen „Wattweiler Aussicht“ und „Möschbacher“ Hof aus, ihren Zweit- und Drittvereinen.

Die Dorfgemeinschaft klappt noch gut in Wattweiler. Auf einer Wiese bei den Schützen am Wegesrand studieren die Kinder Max, Hans-Christian, Mike und Florian aufmerksam die Gräser: „Wir suchen Nacktschnecken“.



Ulrike Dingies aus Niederauerbach sagt: „Ich bin heute das 14. Mal dabei, das Wetter spielt für mich keine Rolle.“ Die Wanderung war sehr gut besucht. Vier Kilometer mit sechs Halte- und Versorgungsstellen waren auf dem Rundweg zurückzulegen. Jeweils allerlei Leckereien waren im Angebot, von deftig bis fein, alle fanden Abnehmer. Gegen 17 Uhr wurde es leerer ringsum, es war etwa drei Stunden vor Champions League mit den Bayern. Also: Beine hoch und Sportsgeist auspacken.