| 23:22 Uhr

Große Koalition
Gensch: „Kramp-Karrenbauer – das sehe ich positiv“

Zweibrücken. Viel sprach Christoph Gensch gestern nicht. Das lag zum einen daran, dass der CDU-Landtagsabgeordnete aus Zweibrücken erkältet war und ihm die Worte nur krächzend über die Lippen kamen. Vor allem aber war der 39-Jährige der Meinung, dass die persönliche Erklärung, die er am Freitag abgegeben hatte, für sich stehen solle. Auf 35 Zeilen hatte Gensch dargelegt, warum er statt einer großen Koalition zwischen der CDU und der SPD für Neuwahlen plädiert. Die Erklärung barg durchaus politischen Sprengstoff: Der Koalitionsvertrag? Ein Papier ohne Vision, das „die großen Fragen der Zukunft weder stellt noch beantwortet“. Die SPD? Eine Partei im „permanenten innerparteilichen Chaos“, die unfähig ist, „seriös und verlässlich Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die CDU? Auf dem Weg in die „Bedeutungslosigkeit“, sollte keine „dringend nötigen programmatischen und personellen Erneuerungen an der Spitze“ stattfinden. Von Mirko Reuther

Viel sprach Christoph Gensch gestern nicht. Das lag zum einen daran, dass der CDU-Landtagsabgeordnete aus Zweibrücken erkältet war und ihm die Worte nur krächzend über die Lippen kamen. Vor allem aber war der 39-Jährige der Meinung, dass die persönliche Erklärung, die er am Freitag abgegeben hatte, für sich stehen solle. Auf 35 Zeilen hatte Gensch dargelegt, warum er statt einer großen Koalition zwischen der CDU und der SPD für Neuwahlen plädiert. Die Erklärung barg durchaus politischen Sprengstoff: Der Koalitionsvertrag? Ein Papier ohne Vision, das „die großen Fragen der Zukunft weder stellt noch beantwortet“. Die SPD? Eine Partei im „permanenten innerparteilichen Chaos“, die unfähig ist, „seriös und verlässlich Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die CDU? Auf dem Weg in die „Bedeutungslosigkeit“, sollte keine „dringend nötigen programmatischen und personellen Erneuerungen an der Spitze“ stattfinden.

Auch auf der Facebook-Seite des Pfälzischen Merkur wurde kontrovers über Gensch diskutiert: „Der innerparteiliche Aufstand gegen den Merkelismus nimmt Gestalt an. Neue Männer und Frauen sind gefragt.“, freute sich Günther Rohrbacher-List. Enttäuscht von Genschs Vorstoß zeigte sich Sascha Glahn: „Man ist kurz vor dem Ziel, da wird aus jeder Ecke gewettert. Wer aus den eigenen Reihen nur schimpft, der sollte gehen.“ Klaus Lentz warnte: „Nur Neuwahlen, Herr Dr. Gensch, bringen nicht automatisch eine regierungsfähige Partei hervor. . .“ Die überwiegende Zahl der Diskutanten begrüßte aber Genschs Entscheidung, der großen Koalition eine Absage zu erteilen. „Recht hat er“, meinte Andreas Schneider. Verena Wilhelm schrieb einfach nur: Danke Christoph!“ Auch auf Genschs Facebook-Präsenz bekam der CDU-Politiker für seine Entscheidung viel Unterstützung und Lob. Eine Diskussionsteilnehmerin warnte aber auch: „Neuwahlen??? Die kämen ausschließlich der AfD zugute und davor graut es mir mehr!“

Ein Kommentar war dann auch Gensch gestern noch zu entlocken. Dass die saarländishe Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer neue CDU-Generalsekretärin wird, begrüßte der 39-Jährige: „Ich sehe das positiv und hoffe, dass sie für die progressive Entwicklung steht, die unsere Partei braucht.“