| 23:11 Uhr

Zweibrücker Einzelhandels-Vereinigung
Gemeinsamhandel sorgt sich um die Stadtentwicklung

Schauen junge Leute nur auf ihr Smartphone? Nein, sie schauen auch in die Geschäfte, wies eine Optikerin in der Zweibrücker Fußgängerzone anderslautende Gerüchte zurück.
Schauen junge Leute nur auf ihr Smartphone? Nein, sie schauen auch in die Geschäfte, wies eine Optikerin in der Zweibrücker Fußgängerzone anderslautende Gerüchte zurück. FOTO: Henning Kaiser / picture alliance / dpa
Zweibrücken. „Die Entwicklung des Vereins kann man gut an den Zahlen ablesen“, meinte Gemeinsamhandel-Kassenprüfer Frank Schmid nach seinem Bericht. Seit der Gründung vor zwei Jahren sei der Verein von 42 Mitgliedern auf aktuell 61 gewachsen. Und auch die Mehreinnahmen für den Verein bei den Flohmärkten sprächen für sich. „Das erreicht man nur, wenn sich viele Menschen engagieren.“ Von Fritz Schäfer

„Die Entwicklung des Vereins kann man gut an den Zahlen ablesen“, meinte Gemeinsamhandel-Kassenprüfer Frank Schmid nach seinem Bericht. Seit der Gründung vor zwei Jahren sei der Verein von 42 Mitgliedern auf aktuell 61 gewachsen. Und auch die Mehreinnahmen für den Verein bei den Flohmärkten sprächen für sich. „Das erreicht man nur, wenn sich viele Menschen engagieren.“

Das stellte auch der wiedergewählte Vorsitzende Andreas Michel in seinem Jahresbericht fest. „Wir haben in den zwei Jahren viel bewegt und halten an den nachhaltigen Veranstaltungen auf allen Plätzen der Stadt fest.“ Inzwischen sei es so, dass der Verein von Leuten angesprochen werde, die aktiv mitmachen wollen. „Wir arbeiten weiter daran, dass die Besucher in der Stadt wiederkommen.“

Aber es bestehe auch Grund zur Sorge, merkte Michel bei seinem ansonsten positiven Bericht an. „Die Unternehmensschließungen in der Innenstadt treiben mich um. Das Thema müssen wir angehen.“ Das Einkaufsverhalten der Menschen habe sich verändert. Der Onlinehandel macht es den Mittelstädten „nicht einfach“. Dazu drohe in Zweibrücken noch die Ansiedlung eines Möbel-Riesen auf der Truppacherhöhe. „Das wollen wir nicht“, positionierte sich Michel im Namen von Gemeinsamhandel. Der Vorsitzende sprach auch das in die Diskussion gekommene Einzelhandelskonzept mit der Zweibrücken Liste an. „Wir brauchen ein solches Konzept. Es kommt darauf an, wie es aussieht.“



Dieter Ernst meint dazu: „Das ist in Ordnung, dass man das Konzept überarbeitet.“ Allerdings sollten bei der Diskussion „die Händler mit ins Boot“ genommen werden. Dazu werde es eine gemeinsame Gesprächsrunde mit der Wirtschaftsförderung geben, informierte Michel. Neben dem Inhalt muss nach Auffassung von Ernst in dem Konzept auch festgeschrieben werden, wer es kontrolliert.

Auch Birgit Neuhardt fordert eine Kontrolle, ob sich die Geschäfte auf der grünen Wiese an die Liste mit dem innenstadtrelevanten Angebot wirklich halten. „Ohne eine Kontrolle brauchen wir auch keine Liste“, fasste Marianne Burger die Diskussion zusammen.

Als Schatzmeisterin stellte Burger für 2017 einen kleinen Überschuss fest. Dabei seien die Mitgliedsbeiträge und Einnahmen aus den Flohmärkten wichtige Einnahmequellen. Größter Ausgabeposten sei die Werbung. Das sei auch so gewollt, betonte Michel: Gemeinsamhandel solle Werbung machen für die Geschäfte und damit auch für die Stadt.

Dazu dienen auch die Regenponchos, die der Händler-Verein anschaffen möchte. Nach der zustimmenden Rückmeldung wird das Projekt weiter verfolgt. Ein weiteres Projekt sei das von der Zweibrücker SPD initiierte freie W-Lan-Angebot Zweibrücker Händler. „Die jungen Leute wollen das“, sagte Michel. Deshalb könne er die Geschäfte nur auffordern mitzumachen. Ängste seien unbegründet. Dem stimmte auch Frank Schmid zu, an dessen Reisebüro das Projekt im Dezember startete. Inzwischen sind es fünf Geschäfte.

„Die jungen Menschen schauen nicht nur auf ihr Smartphone. Die schauen auch ins Geschäft“, berichtete Optikerin Monika Mischke von positiven Erfahrungen. Die hat auch Möbel Martin gesammelt, sagte Filialleiter Raimund Beck. Seit einem halben Jahr bietet das Unternehmen kostenloses W-Lan an. „Auch bei uns wurde über die Sicherheit lange diskutiert.“ An dem Angebot komme kein Händler vorbei, meinte Dieter Ernst.

Eine Thementeam von Gemeinsamhandel und Zweibrücker Stadtmarketing beschäftigte sich mit der „Erhöhung der Sichtbarkeit im Internet“ wie die Beauftragte für das Citymanagement, Petra Stricker, in der Versammlung die Plattform bezeichnete. Dabei soll es in Zweibrücken eine „individuelle Lösung“ geben. „Es ist aber noch viel Arbeit.“ Vor allem müssten Betriebe und Institutionen angesprochen werden mitzumachen. 80 bis 100 Teilnehmer sollten es zum Start sein. „Das müssen nicht alles Mitglieder von Gemeinsamhandel sein.“

Neu gewählt wurde in der Versammlung die Vereinsführung: Vorsitzender bleibt Andreas Michel; neue Stellvertreterin ist Sandra Cleemann; Schatzmeister Gerhard Cleemann; Schriftführerin Sandra Jäkel-Deller; Beisitzer Manfred Weber (bislang Vize-Vorsitzender), Martina Steinbeck, Hannelore Kuppens, Birgit Neuhardt, Heiner Grim, Patrick Burkhardt, Raimund Beck, Serkan Karabulut, Dieter Ernst, Ibrahim Alsac; Rechnungsprüfer: Frank Schmid, Marianne Burger.