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Soziale Stadt
Quartierstreff gegen die Einsamkeit

Quartierstreff in den Breitwiesen und ist an alle Menschen gerichtet, die gesellschaftlichen Anschluss suchen. Zum Beispiel kann jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr zusammen gesund gefrühstückt werden.
Quartierstreff in den Breitwiesen und ist an alle Menschen gerichtet, die gesellschaftlichen Anschluss suchen. Zum Beispiel kann jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr zusammen gesund gefrühstückt werden. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. 60 bis 70 Menschen kommen pro Woche in die Tilsitstraße 62 – zu einem gemeinsamen Projekt von DRK und GeWoBau. Von Nadine Bröcker

„Schauen Sie doch mal rein, wir freuen uns auf Sie“, steht auf dem Flyer geschrieben, der ab und an in die Zweibrücker Haushalte flattert. Dieser stammt vom Quartierstreff in den Breitwiesen und ist an alle Menschen gerichtet, die gesellschaftlichen Anschluss suchen. „Gemeinsam statt einsam“, lautet das Motto des Serviceangebotes vom Deutschen Roten Kreuz, gemeinsam mit der Gesellschaft für Wohnen und Bauen (GeWoBau), das vor einigen Jahren im Rahmen des Entwicklungskonzeptes „Soziale Stadt“ entstanden ist.

Wer in den Quartierstreff in der Tilsitstraße 62 schon einmal hineingeschaut hat, der wird sich gleich zuhause fühlen. Handelt es sich dabei doch um eine „ganz normale“ Wohnung, die gemütlich eingerichtet ist und im Wohnzimmer einen langen Tisch beherbergt, an dem sich die Menschen treffen können. Circa 60 bis 70 Menschen kommen pro Woche in den Quartierstreff, wie Leona Kaufmann schätzt. Die gebürtige Engländerin ist Bürokauffrau und Pflegefachkraft und zugleich die gute Seele des Treffs. Sie organisiert täglich das Mittagessen, kümmert sich um die Menschen die vorbeikommen und ihre Anliegen, hilft bei Anträgen und behördlichen Fragen, macht auch Hausbesuche und ist stets mit einem offenen Ohr für die Menschen da. „Ich liebe, was ich tue und ich finde, es ist sehr sinnvoll“, erklärt sie.

Sinnvoll insbesondere darum, weil gerade im Alter die Vereinsamung zunimmt. „Alleine und einsam, das sind zwei Paar Schuhe“, erklärt sie. Dabei sei es gerade die Vereinsamung, die dazu führe, dass Menschen im Alter psychische und gesundheitliche Probleme bekommen.



Der Quartierstreff soll genau diesem Problem entgegenwirken, in dem es die Möglichkeit der Freizeitgestaltung, Beratung, Hilfe und Unterstützung direkt vor der Haustür der Menschen bietet. Eine Art Nachbarschaftstreff, der auch Besorgungen und Einkäufe übernimmt und an drei Tagen in der Woche (Montag, Dienstag und Mittwoch) ein warmes Mittagessen zu einem Unkostenbeitrag von nur vier Euro in geselliger Runde bietet.

Jeden Freitag kann in der Zeit von 10 bis 12 Uhr zusammen gesund gefrühstückt werden, zusätzlich findet donnerstags in der Zeit von 12 bis 16 Uhr ein gemeinsames Nachmittagscafé statt (beides auf Spendenbasis). Daneben finden spannende Vorträge und Ausflüge, etwa ins Römermuseum oder ins Kloster Hornbach statt. Darüber informiert stets ein Veranstaltungskalender, der im Quartierstreff ausliegt und an dem jeder teilnehmen kann, der Interesse daran hat.

Nach dem Mittagessen geht es im Quartierstreff meist gesellig zu, dann werden die Gesellschaftsspiele ausgepackt, Zeitung gelesen oder sich über alles Mögliche unterhalten. Die Begeisterung ist der Gruppe anzumerken. „Ich bin fast jeden Tag hier“, erzählt Karl Jochum (78). „Wir sind eine schöne Gesellschaft, wir verstehen uns gut“, findet auch Lydia Stegner (88). „Und wir spielen gerne“, ergänzt Elfriede Müller, die sogleich das Spielbrett ausbreitet. Und neue Nachbarn sind in der Gruppe natürlich auch jederzeit willkommen.

Weitere Informationen erteilt Leona Kaufmann unter Tel. (0 63 32) 97 13 60.