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Exkursion mit Forstamtsleiter
Gemeinsam den Wald erforscht

Bei der Kugelfanghütte konnten sich die Teilnehmer während der Wanderung etwas erfrischen. Zweiter von links Forstamtsleiter Theodor Ringeisen, rechts Esther Budell-Hoffmann vom Kulturamt.
Bei der Kugelfanghütte konnten sich die Teilnehmer während der Wanderung etwas erfrischen. Zweiter von links Forstamtsleiter Theodor Ringeisen, rechts Esther Budell-Hoffmann vom Kulturamt. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Am Sonntag hatten sich etwa 20 Teilnehmer zu einer Wanderung zum Thema „Artenvielfalt auf fruchtbarem Zweibrücker Boden“ am Waldparkplatz Birkhausen eingefunden. Die vom Kulturamt organisierte Tour ging über den Wahlerhof zur Kugelfanghütte bei Wattweiler und wieder zurück. Von Sebastian Dingler

Etwa 16 Kilometer an Strecke mussten da bei schwülem Wetter zurückgelegt werden. Forstamtsleiter Theodor Ringeisen konnte den Wanderern einiges Interessantes zur derzeitigen Entwicklung des Waldes erzählen: So sei die Esche wieder auf dem Rückzug, nachdem vor zehn Jahren noch von einer „Vereschung“ gesprochen worden sei. Schuld daran ist ein Pilz, der die Bäume zum Absterben bringt. „Jetzt macht sich hier der Bergahorn breit, der wächst überall. Aber ob das von Dauer sein wird, weiß man nicht“, berichtete Ringeisen, der ein riesiges Gebiet betreut: „Grob gesagt alles, was westlich des Pfälzer Waldes liegt.“ Die Schwarzwaldtanne kommt bei uns auch vor: Sie wurde bei Birkhausen vor 130 Jahren angepflanzt; jüngere Bäume sind Versamungen dieser Anpflanzungen. Sie breiteten sich aber nicht so sehr aus, weil ihre Keimlinge sehr früh abgefressen würden. Die Auswirkungen des Klimawandels zeigte Ringeisen am überall wuchernden Indischen Springkraut, das erst seit ein paar Jahren eingewandert ist. Auf der Wanderung konnten auch Vögel beobachtet beziehungsweise gehört werden: Während die Teilnehmer den Rotmilan und die Lerche vors Gesicht bekamen, machte sich der Pirol nur durch seine Rufe bemerkbar. Am meisten beeindruckte jedoch die meisten, als der fast 80-jährige Remy Stalter, Bauer des Wahlerhofes, die Geschichte der in die Pfalz eingewanderten Mennoniten erzählte. Die Anhänger dieser evangelischen Freikirche kamen vor vielen Jahrhunderten aus der Schweiz in die Pfalz.

Auch die Organisatorin der Wanderung, Esther Budell-Hoffmann, war von diesem Vortrag sehr angetan. Froh war sie auch darüber, dass sie Ringeisen auch schon fürs nächste Jahr verpflichten konnte – gerade auch wegen seiner historischen Kenntnisse.