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Vorträge im Nardini-Klinikum
„Geh mo laafe“

Zweibrücken. Experten geben beim Sport- und Fitnesstag Anregungen und plaudern aus dem Nähkästchen. Von Volker Baumann

„Training macht Spaß – oder muss man sich quälen?“ Das Thema des 12. Zweibrücker Sport- und Fitnesstages rief auch in diesem Jahr wieder viele Sportbegeisterte, vom Freizeit- bis zum Wettkampfsportler, in das Info-Center des Nardini-Klinikums. Chefarzt Matthias Stopp freute sich, dass trotz des schönen Wetters wieder viele Interessierte gekommen waren und stellte die Teilnehmer vor. Frank Schmid, Vorsitzender des Sportkreises Zweibrücken, erzählte, wie er von der anfänglichen Qual zum Spaß am sportlichen Training fand. Mit bereits 55 Jahren und einigen Kilogramm zu viel auf der Waage, habe er bei der Vorsorgeuntersuchung zu hören bekommen: „Geh mo laafe“. Nach 200 Metern sei er zu Beginn schon erschöpft gewesen, hätte aber nach einem Jahr bereits unnötige Pfunde verloren, fühle sich besser und habe jetzt Spaß am Training.

Wie ein optimales Training aussehen kann und was es mit Ermüdung und Regeneration im Leistungssport auf sich hat, darüber informierte Sascha Schwindling, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes. Quintessenz zum Mitnehmen für jeden: Mit der Ermüdung, die zur sportlichen Aktivität dazugehört, muss richtig umgegangen werden. Sie ist notwendig zur Trainingsanpassung, individuell und auf vielen unterschiedlichen Ebenen. Ein Ermüdungs-Monitoring kann individuelle Trainingsverläufe unterstützen. Als regenerative Maßnahmen werden Kälte, Sauna und vor allem ein ausgewogener Schlaf empfohlen. Walter Dury, ehemaliger Präsident des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken und Richter am Deutschen Sportschiedsgericht, referierte abschließend zum Thema Doping, das in gewisser Weise eigentlich schon seit Menschengedenken in den verschiedensten Lebenssituationen Anwendung gefunden habe. Vom Zaubertrank des Mirakulix, über die Benutzung von Fliegenpilzen, Stierhoden, Coca-Blättern, Mohn oder Alkohol, bis zur modernen „Spaßgesellschaft“ mit Verabreichung anaboler Steroide und zig anderen Präparaten, die schon zum Tod mancher Leistungssportler geführt hätten. Soll man Doping grundsätzlich zulassen? Der Richter hat darauf eine eindeutige Antwort: „Der Sport macht sich kaputt“. Wo wären auch die Grenzen – beispielsweise bei Jugendlichen und Kindern? Und zum Abschluss: „Sport macht Spaß – wenn er sauber ist“.