| 22:00 Uhr

Diskussionen im Bauausschuss
Gegenwind für Windräder

Es gibt immer wieder Diskussionen um Windkraftanlagen. Auch im Zweibrücker Bauausschuss gab es dazu unterschiedliche Meinungen.
Es gibt immer wieder Diskussionen um Windkraftanlagen. Auch im Zweibrücker Bauausschuss gab es dazu unterschiedliche Meinungen. FOTO: Arne Dedert / dpa
Zweibrücken. Bauausschuss beschließt mehrheitlich Standortkonzept mit zwei Flächen für Windenergienutzung. Fritz Schäfer

„Ich will mir nachher nicht nachsagen lassen, dass ich dem Ganzen zugestimmt habe. Deshalb lege ich als Ortsvorsteher von Mittelbach frühzeitig meinen Veto ein“, begründete Kurt Dettweiler (FWG) das überarbeitete Standortkonzept für die Nutzung der Windkraft in Zweibrücken. Auch Bernd Helbing (FDP) sprach sich gegen das vom Fachbüro Argus Concept erarbeitete Konzept aus. Beide betonten trotz der Ablehnung, dass sie nicht gegen Windkraftanlagen seien.

Dettweiler möchte nur keine Windräder im Wald. „Wir können jetzt nicht willkürlich Kriterien einführen, um Windräder zu verhindern. Was die Verwaltung vorgeschlagen hat, hat Hand und Fuß und das Verfahren ist sehr transparent“, hielt Dirk Schneider (SPD) Dettweiler entgegen. Nach Meinung von Norbert Pohlmann (Grüne) sei das Ausschließen aller Flächen „kontraproduktiv“. Denn dann gelte die Privilegierung der Windenergie. Und ein Investor könnte im gesamten Stadtgebiet einen Bauantrag für Windräder stellen.

Darauf hatte bereits der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD) zu Beginn der Beratung hingewiesen. „Mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie können wir das Aufstellen von Windrädern steuern.“

Harald Ehrmann vom Zweibrücker Bauamt erläuterte in der Sitzung die Verfahrensschritte. Bei der Änderung des Flächennutzungsplans haben die Bürger noch zwei Mal die Möglichkeit Einsprüche vorzulegen. „Wenn dann der Flächennutzungsplan geändert ist, besteht immer noch kein Baurecht. Dazu muss erst ein Bebauungsplan aufgestellt und genehmigt werden.“

Achim Später von Büro Argus Concept erläuterte die Vorgehensweise des Büros bei der Ermittlung geeigneter Flächen. Dabei habe man das gesamte Stadtgebiet nach vorgegebenen Kriterien untersucht. Zum Beispiel Abstände von Wohnbebauungen, Altbaumbestände (über 120 Jahre), Wasserschutzgebiete, Straßen oder Größe des Gebiets für mindestens drei Windräder. Wobei auch nahe beieinander liegende Gebiete als eines gewertet werden könnten.Nach verschiedenen Schritten sind von ursprünglich sechs noch die Gebiete Weiße Trisch oberhalb von Ernstweiler mit 56,6 Hektar und Buchenwald bei Mittelbach-Hengstbach mit 27,4 Hektar übrig geblieben. Vor allem das Gebiet bei Mittelbach missfiel Dettweiler. Später erklärte, dass fast der gesamte Dörrenbachwald herausgefallen sei. Der kleine Rest und das Gebiet Buchenwald seien weiter im Plan vorgesehen. „Deshalb haben wir das Gebiet auch umbenannt.“



„Wir sollten die Fläche jetzt ausweisen. Das weitere ergibt sich“, meinte Thomas Eckerlein (CDU). Angesichts der geänderten Vergabepraxis von Genehmigung für Windkraftanlagen riet Schneider zur Gelassenheit.