| 20:30 Uhr

Neues Programm
Gefeierte Premiere der DieDo-Show

 DieDo begeisterten mit scharfsinnigen Wortspielen, schrägem Humor undtollen Songs.
DieDo begeisterten mit scharfsinnigen Wortspielen, schrägem Humor undtollen Songs. FOTO: cvw
Zweibrücken. (cvw) Fast ist die Festhalle mittlerweile zu klein geworden. Bei der siebten DieDo-Show am Samstagabend vor erstmals restlos ausverkauftem Haus standen bereits die ersten Stühle an der Wand, damit alle Fans mit dem südwest-saarpfälzischen Frauenkabarett auf Zeitreise gehen konnten. Von Cordula von Waldow

„Von Zeit zu Zeit“, führten Doris Köppner und Sonja Hahn (Zweibrücken), Annette Könnel (Pirmasens), Linda Panther (Homburg) und Silke Freudenberg (Saarbrücken) mit ihrer Zeitmaschine sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft.

Hochaktuell, mit scharfsinnigem Wortwitz und köstlichen Szenen, thematisierten sie das Thema „Brexit“. Ex-Ministerpräsidentin (The)Resa May verdingt sich, „von der Insel geschasst“, in Deutschland als „Putzing-Queen“. „Zuerst, Sie müssen eine Beziehung zu ihrem Lumpen aufbauen“, empfahl Silke Freudenberg den beiden alten Seminarteilnehmerinnen, Marie und Lisbeth. Worauf diese sich erinnerte: „Ja, ich war auch mal mit einem Lumpen zusammen.“ Neben einer Vielzahl von selbst getexteten und komponierten DieDo-Songs aus der Feder von Doris Köppner, machte das Frauenquintett diesmal Anleihen bei Welthits wie „Dancing (Putzing) Queen“ oder „Tanze mit mir in den Morgen“, um eine innige Beziehung zum LAB, dem Lebens-Abschnitts-Besen, aufzubauen. Putzen als erotische Wellness-Beschäftigung.

Kochte hier die Halle mit Begeisterungspfiffen, Bravorufen und Szenenapplaus endgültig, hatte DieDo bereits mit ihrem traditionellen Einstiegslied „Das ist die DieDo-Show“, diesmal im Retrolook der Nachkriegszeit, für beste Stimmung gesorgt. Gemeinsam mit der Kindergartentante und den Kindern sangen die Zeitreisenden 1965 Lieder der jeweiligen Zeit. Kritisch hinterfragte das witzige und wortgewandte Frauenkabarett, singend über die „gute alte Zeit“ sinnierend: „War früher wirklich alles besser?“



Doch auch die Reise in die Zukunft hinterließ Fragen. Von den fünf, vom Aussterben bedrohten Tierarten, der nervösen Biene (Sonja Hahn), dem schwäbelnden Nashorn (Annette Könnel), dem koketten Eisbärmächen (Linda Panther), „Hei, ich bin der Hai“ (Silke Freudenberg) und Briefträger Doris Köppner lebt nur der Mensch in 1000 Jahren noch. Doris Köppners Blick in die Zukunft zeigte sie in 20 Jahren ebenso frisch wie heute und nach wie vor am Ölkorb wohnend. Nur Ehemann Dieter konnte lediglich mit dem Erinnerungslied an die Zeit der ersten Liebe aus seiner „Wer sind Sie denn?“-Demenz heraus geholt werden.

Bei allem Spaß und aller Heiterkeit nachdenklich machte auch die Schluss-Szene auf dem Hühnerhof. Die beiden Käfighühner entgingen der Aufmerksamkeit von Hahn „Franz von Sickingen“, indem sie ihn an die beiden, frisch aus Frankreich importierten, Bress-Hühnchen mit ihren blauen Beinen verwiesen. Wohl wissend, dass diese für den Kochtopf bestimmt waren. Lokalkolorit brachte vor allem das „TNS“, das Taxi nach Saarbrücken. Beim Mitmachlied sang das Publikum gestikulierend von „vier Minuten nach Saarbrücken“.

„Ich habe mich sehr gut unterhalten!“, lobte Gunnar Henges aus Pirmasens vor allem den „schrägen Humor“. Er war voller Respekt für die großartige Leistung in der Show und der Fähigkeit, den Nerv der Zeit so zu treffen, dass nach nur sieben Jahren die Festhalle aus allen Nähten platzte. Sein Highlight waren die Putzing Queen und Hühnerhof. Die Zweibrückerin Ulrike Griffith begeisterte sich vor allem für die Retro-Szene mit den Kindern. Sie strahlte „Es war toll, alles!“

Zum Weltfrauentag am Sonntag, 8. März, tritt DieDo traditionell im Bürgerhaus in Waldfischbach erneut auf. Um 18.30 Uhr Sektempfang, 19.30 Show. Karten im Musikladen Philippi in Zweibrücken, im Reisebüro Satter in Pirmasens, bei Reservix. Ticketpreis 13 Euro.