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Gebührenerhöhung: Opposition wettert gegen Sparkassen-Verwaltungsrat

Die Zweibrücker Stadtratsopposition beklagt, dass die Gebührenerhöhung der Sparkasse vor allem Stammkunden trifft. Foto: fröhlich
Die Zweibrücker Stadtratsopposition beklagt, dass die Gebührenerhöhung der Sparkasse vor allem Stammkunden trifft. Foto: fröhlich FOTO: fröhlich
Zweibrücken. Die umstrittene Gebührenerhöhung der Sparkasse Südwestpfalz zum 1. Juni ruft jetzt auch die Zweibrücker Stadtratsopposition auf den Plan. Sie finden, das Geldinstitut bittet vor allem seine Stammkundschaft zur Kasse. Bankchef Rolf E. Klein schweigt. Eric Kolling

Die Zweibrücker Stadtratsopposition begehrt auf gegen die beschlossene Gebührenerhöhung der Sparkasse für Privatkunden zum 1. Juni. Die Fraktionen der Freien Wähler, der Grünen, der FDP , der Linken und der Parteilosen Bürgern Zweibrückens erklärten gestern gemeinsam, eine Erhöhung in Zeiten anhaltender Niedrig- und Null-Zinsen hielten sie für "nachvollziehbar". Doch: "Als nicht tolerabel und als völlig verfehlt betrachten wir die neue Gebührenstruktur." Vor allem ältere und weniger Internet-affine Kunden würden nämlich kaum aufs Online-Banking umsteigen oder gar die Bank wechseln. In der Mitteilung heißt es daher weiter: "Insofern sind gerade diejenigen, die oft auch über geringe Einkünfte verfügen, die Leidtragenden der neuen Struktur. Die Sparkasse, die vorgab, ‚immer do fer de Leit‘ zu sein, bittet vor allem ihre Stammkundschaft zur Kasse." Der Sparkassen-Vorstand Rolf E. Klein habe dies trotz öffentlicher Beschwerden nicht erläutert. Er tat dies gestern auch auf Merkur-Anfrage nicht. "Wir werden den Sachverhalt nicht weiter kommentieren", schrieb seine Sprecherin Iris Steuer. Doch neben Klein greifen die Fraktionen den Verwaltungsrat an. Dieser hätte "als politisch besetztes Gremium korrigierend eingreifen und der sozialen Verantwortung der Sparkasse gerecht werden müssen", finden die kleinen Parteien. Die Sparkasse verfehle das Ziel der Ausgewogenheit "weit".

Verwaltungsratschef und Landrat Hans Jörg Duppré (CDU ) und sein Stellvertreter, Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ), schrieben gestern auf Merkur-Anfrage zur Kritik am Verwaltungsratshandeln, die Sparkassen müssten "vorrangig im Gebiet ihres Errichtungsträgers die Versorgung mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen für Privatpersonen und insbesondere für Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen sichern". Daher richteten sie ihre Geschäftspolitik an den "jeweils herrschenden wirtschaftlichen Bedingungen" aus. "Um mittel- und langfristig diese Aufgabe nachhaltig weiter erfüllen zu können, mussten die Gremien der Sparkassen aus Verantwortung für die Sparer und die Träger sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter den augenblicklichen wirtschaftlichen Bedingungen (andauernde Niedrigzinsphase) die jetzt diskutierten Entscheidungen treffen."