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Gallenstein
Schnelle Hilfe bei Gallengangsverschluss

 Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier im Gespräch mit der Patientin Marga Hunsicker.
Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier im Gespräch mit der Patientin Marga Hunsicker. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Chefarzt Dr. Schiedermaier vom Nardini-Klinikum stellt neue Behandlungsmethode vor. Von Peter Fromann

Im Nardini Klinikum Zweibrücken ist die endohydraulische Zertrümmerung von Gallengangsteinen seit diesem Jahr im Routinebetrieb. Aktuell wurde mit dieser Methode eine 90-jährige Patientin von ihrem großen Gallengangstein befreit. Somit konnte ihr eine große Bauchoperation erspart werden.

Der Verschluss des Hauptgallengangs (Ductus choledochus) mit anschließender Entzündung (Cholangitis) löst ein dramatisches Krankheitsbild aus: Fieber, kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch, in der Folge Gelbsucht (Ikterus), heller Stuhl und anderes. Ursächlich kommt in vielen Fällen ein Verschluss des Gallengangs durch einen Gallenstein in Frage, der infolge Übergröße den Gallengang nicht passieren kann und ihn verstopft. Schnelle Hilfe ist erforderlich. Dr. Peter Schiedermaier, Chefarzt der Gastroenterologischen Abteilung , stellte jetzt bei einem Pressegespräch die neuste Behandlungsmethode zur Entfernung des Gallensteins im Zweibrücker Nardini-Klinikum St. Elisabeth vor: Die endohydraulische Zertrümmerung von Gallengangsteinen

„Musste früher in einer großen, den Patienten erheblich belastenden operativen Eröffnung des Oberbauchs der Gallenstein entfernt werden, gehen wir heute endoskopisch vor. Durch die Speiseröhre wird ein Endoskop durch den Magen und Darm bis zum Gallengang vorgeschoben und der Stein vor Ort zertrümmert“, erklärt der Spezialist. Mit einer Kamera an der Spitze des Endoskops können direkt Aufnahmen gemacht werden. Liegt eine Verengung (Stenose) des Gallengangs vor, kann eine Gewebeentnahme vorgenommen werden. „War früher ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich, kann der Patient heute nach zwei, drei Tagen wieder gesund entlassen werden“.



Die Patientin Marga Hunsicker, 90 Jahre alt, bei der ein Gallenstein mittels Endoskop entfernt worden war, war anwesend. Quicklebendig berichtet sie von ihrer Erkrankung und von ihrer schnellen Genesung. „Ich merke gar nichts mehr, fühle mich prima und gehe jetzt nach Hause. Der Doktor hat das prima gemacht, vielen Dank auch.“