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Fasching ZFF
Gardetanzgruppe macht die ZFF komplett

Erster Auftritt der ZFF-Federfunken, eine Gardetanz-Welturaufführung.
Erster Auftritt der ZFF-Federfunken, eine Gardetanz-Welturaufführung. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Rimschweiler . Mehr als 200 Gäste feierten mit den Zweibrücker-Fasenachts-Freunden (ZFF) deren fünften „Närrischen Abend“ – mit einem prall gefüllten Program. Von Marco Wille

Beim Närrischen Abend der Zweibrücker-Fasenachts-Freunde (ZFF) wurde am Samstagabend nicht lange herumgeplänkelt. Schon bei der Begrüßung durch Sitzungspräsident und Moderator Simon Nikolaus nach dem Einmarsch der Aktiven durch die KulTus-Halle und dem Aufstellen auf der Bühne, merkte man, dass Spannung in der Luft lag. „Wir können es selbst kaum glauben, aber unser närrischer Abend findet bereits zum fünften Mal statt, das ist für uns ein echter Traum“, tat Simon Nikolaus seine Freude offen kund.

Erst 2010 hat sich der Verein überhaupt gegründet und konnte auch am Samstagabend wieder ein volles Haus begrüßen. Die Stimmung der etwas über 200 Gästen testete der Moderator dann auch gleich und rief zu drei donnernden und schallenden „Alleh Hopp“ auf. Mit dem fünften Geburtstag ihres närrischen Abends, mit seinem prall gefüllten und abwechslungsreichen Programm, war es noch nicht genug mit der riesigen Freude bei den ZFF. Tollität Laura I. (Laura Hamm), Simon Nikolaus und die zweite Moderatorin und gleichzeitige Sitzungspräsidentin Mareike Müller konnten zugleich eine „Welturaufführung“ präsentieren. Die erste vereinseigene Garde, die Federfunken, zeigten sich zum ersten Mal dem Publikum.

„Uns wurde immer nachgesagt, noch kein richtiger Fastnachtsverein zu sein, weil uns eine Garde gefehlt hat, jetzt haben wir eine“, stimmte der Moderator den Eisbrecher des Abends an. Das Publikum erhob sich von seinen Plätzen und unter tosendem Applaus marschierte die sechsköpfige Gardetanzgruppe in die Halle ein und präsentierte den ersten Showtanz unter der Leitung von Trainerinnen Dörthe Mache und Lea-Michèle Engelke.



Die Zukunft der Büttenredner sieht allgemein nicht so rosig aus. Da freut es um so mehr, dass sich mit Maurice Dufour ein ganz junger Mann diesem Problem stellt. „Wir haben ihn bei der Prunksitzung seines Heimvereins, dem Humoristischen Fasenachtsverein Zweibrücken/Contwig, gesehen und waren uns gleich einig, dass er auch bei uns auftreten soll“, gab Simon Nikolaus bei der Vorstellung bekannt.

Maurice ging bei seiner Rede garnicht auf gekünstelte Themen ein, seine Großeltern Dita und Peter Schmidt, beide sind ebenfalls jahrelange Karnevalisten, geben ihm anscheinend genug Futter in ihrem Alltag. „Mein Opa hat eine stattliche Figur, im Winter wärmt er und im Sommer spendet er sogar reichlich Schatten“, nahm Maurice die Körperstatur seines Großvaters aufs Korn.

Auch das Sprachtalent seiner Oma Dita, die sich nicht selten in eigene Stilblüten verirrt, legte er dem Publikum offen dar. Mehr Probleme, nämlich mit der Männerwelt hatten „Gertrud und Helga“ (Sabrina Glas und Kerstin Amend). Den beiden schrulligen Damen setzt es schwer zu, einen geeigneten Mann zu finden. Als eine der beiden die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hat und sich dann letztlich ein „Glücklichmachgerät“, einen „Viberationator“ bestellt hat, schien eigentlich alles okay zu sein. Doch als sie eines Tages heimkam und ihren Vater mit ihrem herumzappelnden Lustgerät am Küchentisch erwischte gab es für sie bleibende Eindrücke im Seelenleben. „Stell dich nicht so an, wenn ich mit meinem neuen Schwiegersohn mal ein Bier trinke“, beschwichtigte der Vater seine Tochter unter lautem Gelächter der Zuhörer der KulTus-Halle.

ZFF-Präsident Andreas Bergmann schlüpfte im zweiten Teil der Veranstaltung in seine Pastorenkutte. Als „Pfarrer Scheinheilig“ segnete er das Publikum mit Weihwasser von der Klobürste. Er berichtete mit Anekdoten aus dem Leben eines Geistlichen bis der Saal vor Lachen tobte.

Moderator Simon Nikolaus ging gleich zweimal in die Bütt. Als Protokoller ließ er das vergangene Jahr mit einigen Spitzen Anmerkungen Revue passieren. Bei „Rent-a-Prunksitzung.de“ beleuchtete er die Gründung einer Firma aus Sicht eines Fasenachstverein. Dabei schlüpfte er selbst in all die verschiedenen Rollen, vom Sitzungspräsidenten bis zum Funkenmariechen spielte er alles.

„Gertrud und Helga“ (Sabrina Glas und Kerstin Amend) bei ihrem Beitrag.
„Gertrud und Helga“ (Sabrina Glas und Kerstin Amend) bei ihrem Beitrag. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de