| 22:34 Uhr

Frühlingskonzert
Frühlingsgefühle vom Feinsten

Die neu aufgestellte Formation „Die Böhmischen der Stadtkapelle“ gibt tschechische Melodien zu ihrem Besten.
Die neu aufgestellte Formation „Die Böhmischen der Stadtkapelle“ gibt tschechische Melodien zu ihrem Besten. FOTO: sbt / Maria Schabert
Zweibrücken. Die Zweibrücker Stadtkapelle verzaubert bei ihrem alljährlichen Frühlingskonzert das Publikum mit luftig-leichten Klängen. Von Maria Schabert

Einen passenderen Abend hätte sich die Zweibrücker Stadtkapelle für ihr Frühlingskonzert nicht aussuchen können. Sommerliche Temperaturen, den Duft von Frühling in der Luft und dazu Musik, die genau den richtigen Ton traf. Zu schade, dass das Ganze nicht unter freiem Himmel stattfand – dem Stadtfest-Flair hätte es nicht geschadet. Dafür waren Türen und Fenster der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der Hauptschule Nord geöffnet. Im Schulhof konnte man während der Pause etwas frische Luft schnappen und sich bei Wasser und Bier gemütlich unterhalten.

Geboten wurde ein in drei Teile gegliedertes Programm. Der Eintritt war frei, die Begeisterung seitens Publikum riesengroß. Die Stadtkapelle eröffnete den Abend mit dem „Concerto d’amore“ von Jacob de Haan. Ein Stück wie eine „sich anbahnende Liebesbeziehung, in der zwischendurch die Fetzen fliegen und sich am Schluss alle wieder lieb haben“, erklärte Dirigent und musikalischer Leiter Björn Weimann. Er moderierte den gesamten Abend und verstand es, mit Witz und Sympathie den Zuhörern Spaß an der Musik näherzubringen. Man hörte das filigrane Werk von Guido Rennert, das traditionelle deutsche Frühlingsmelodien von „Alle Vögel sind schon da“ bis „Komm lieber Mai und mache“ enthielt.

Als Stadtkapelle dürfe man sich nicht unter die großen Orchester stellen, so Weimann. Und damit hatte er ganz recht und entführte das Publikum mit unsterblichen Melodien aus Frankreich wie „La vie en rose“ nach Paris, der Stadt der Liebe. Das Akkordeon leistete dazu seinen Beitrag, indem es seine Zuhörer unmittelbar in die engen, romantischen Gassen der großen Stadt versetzte. Nach dem kleinen Frühlingsurlaub an der Seine gab es einen fliegenden Wechsel und die Stadtkapelle verkleinerte sich zur Formation „Die Böhmischen der Stadtkapelle“. Diese wurde erst vergangene Woche speziell für das Frühjahrskonzert neu aufgestellt und präsentierte erfolgreich zwei Werke des tschechischen Komponisten Ladislav Kubeš senior. Weiter ging es dann, wieder im fliegenden Wechsel, mit der Bigband der Stadtkapelle, die mit der „Big Band Party“ von Karl Grell die Fetzen fliegen ließ. All das klappte einwandfrei.



 Beim „Scoop“ von Hans Czettel glänzte Dirigent Weimann mit einem umwerfenden Solo am Saxophon. Swing-Melodien und Tanzmusik hielt das Publikum kaum auf den Plätzen. Wo man hinschaute, sah man wippende Köpfe und sich im Takt der Musik bewegende Beine. Die besten musikalischen Momente aus dem weltbekannten „Jungle Book“ im Arrangement von Marcel Peeters inszenierte wieder die gesamte Stadtkapelle. Den imposanten Abschluss machte sie mit einem Medley verschiedener Kulthits aus den 80ern wie „Skandal im Sperrbezirk“. Gesangseinlagen wie „la la lala“ der gesamten Stadtkapelle bei „Sternenhimmel“ verleiteten den ein oder anderen im Publikum dazu, laut mitzusingen, die Begeisterung war riesig. Zweifelsfrei ein gelungener Abend, für den die Stadtkapelle sich tosenden Applaus verdiente. Was fehlte, war eine Tanzfläche. „Das nächste Mal reißen wir einfach die Wand da hinten raus!“, scherzte Weimann. Vielleicht wäre das gar keine schlechte Idee.