| 15:04 Uhr

Fridays for Future
Glocken rufen zur Demonstration

 Vom Alexanderplatz aus zogen die Demonstranten durch die Stadt.
Vom Alexanderplatz aus zogen die Demonstranten durch die Stadt. FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Über 500 junge und ältere Menschen folgten am Freitag dem Aufruf der Zweibrücker Fridays-for-Future-Gruppe. Von Fritz Schäfer

Viertel nach Elf läuteten am Freitagvormittag die Glocken der Alexanderskirche und der Heilig-Kreuz-Kirche. Doch die Glocken riefen die Menschen nicht zum Gottesdienst, sondern zur Demonstration für Umwelt- und Klimaschutz. Vom Thema Klimaschutz sollten sich „alle Generationen“ angesprochen fühlen, begrüßte David Tran von der Zweibrücker Fridays-for-Future-Gruppe die über 500 jungen und älteren Teilnehmer der Veranstaltung. Deshalb stehe die Demonstration unter dem Motto „Alle für das Klima“.

Mit dabei war auch das frühere Kreistagsmitglied der SPD aus Contwig, Hans Bärmann. „Parteipolitik mache ich schon lange nicht mehr mit. Aber wenn ich die vielen jungen Menschen sehe, die sich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren, geht mir das Herz auf“, sagte er. Das Thema bewege ihn schon seit Jahrzehnten. Deshalb war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, „mit den jungen Menschen zu demonstrieren.“ Auch die Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege am Nardini-Klinikum waren gekommen, um für Klimaschutz zu demonstrieren. „Wir sind schließlich für Gesundheit zuständig“, sagte die Schulleiterin Elisa Döschl. Umwelthygiene sei auch ein wichtiges Thema der Ausbildung.

„Wir sind hier, um an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu appellieren, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen“, sagte Pfarrer Matthias Strickler. „So wie bisher kann es nicht weitergehen.“ Der Klimawandel bedrohe das Leben und die Schöpfung. „Wir leben auf Kosten der Menschen in anderen Teilen der Welt und auf Kosten der nächsten Generation“, rief der Niederauerbacher Pfarrer zu einer Änderung der Lebensweise auf.



Pastoralassistentin Nina Bender machte darauf aufmerksam, dass alle Demonstranten ein Ziel verfolgen: „die Schöpfung zu bewahren, die uns von Gott geschenkt wurde“. Ferner dankte Bender der Fridays-for-Future-Bewegung für deren großes Engagement.

Bei der Schlusskundgebung auf dem Alexanderplatz sangen die Demonstranten: „Wacht auf, denkt nicht nur an Geld, verhindert die Zerstörung dieser Welt. Es ist Zeit zu handeln, es ist Zeit zu handeln, wacht auf.“ „Wir wollen keine Panik verbreiten. Aber wir wollen, dass jeder Einzelne sich der Problematik bewusst wird“, sagte Vanessa Masur von der Future-Gruppe.

„Wir sind verantwortlich für die Schäden, die durch den Anstieg des Kohlendioxids und des Plastikmülls entstehen“, rief die Studentin den Demonstranten zu. „Wir haben die Verantwortung, die Klimakatastrophe abzuwenden.“ Und sie seien keine Einzelnen mehr, sondern viele. Dem stimmte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) zu: „Ich bin beeindruckt, was ihr in den letzten Monaten bewegt habt.“ Ohne die Fridays-for-Future-Bewegung hätte das Thema Klima nicht den Stellenwert, den es inzwischen habe.

Im Mai hatte Wosnitza die Demonstrierenden zu einem „städtisch-ökologischen Diskurs“ ins Rathaus eingeladen. Er wolle, hatte er damals gesagt, gemeinsam mit den Schülern konkret über den Klimaschutz in der Stadt reden. „Das hat zeitlich noch nicht geklappt“, sagte Jana Rendgen vom Orga-Team. Doch man stehe mit dem OB in Kontakt, um einen Termin für ein Treffen der Klimaaktivisten mit der Verwaltung zu finden. Wosnitza hofft, dass das Treffen im nächsten Monat stattfinden wird. Rendgen hofft auch, dass sie ihr Anliegen im Stadtrat vortragen können.