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Mainzer Hofsänger in Zweibrücken
Freude-Bringer auf vielen Ebenen

 Die Mainzer Hofsänger zauberten heitere Weihnachtsstimmung in die voll besetzte Heilig-Kreuz-Kirche.
Die Mainzer Hofsänger zauberten heitere Weihnachtsstimmung in die voll besetzte Heilig-Kreuz-Kirche. FOTO: cvw
Zweibrücken. (cvw) Was haben der Heilige Nikolaus und die Mainzer Hofsänger gemeinsam? Beide bringen am Nikolaustag Freude! Den 14 Sängern unter Leitung von Michael Christ gelang dies sogar mehrfach. Mit ihrem raumfüllenden Gesang erfreuten sie stimmgewaltig selbst das Publikum und erfreuten sich gleichermaßen an dessen Freude, wie Hofsänger-Kapitän Christoph Clemens gleich mehrfach betonte. Von Cordula von Waldow

Außerdem brachten die sieben Tenöre, sieben Bässe, ihr Dirigent und der Pianist Andreas Leuck gemeinsam mit den mehr als 600 Zuhörern der Heinrich-Kimmle-Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung große Freude: Diese erhielt den Konzert-Reinerlös von 13 000 Euro, ausgeschüttet von der Lotto-Stiftung als Kooperationspartner der Mainzer Hofsänger. Der Männerchor flutete die voll besetzte Zweibrücker Hl. Kreuzkirche mit weihnachtlichen Klängen. Geschickt und abwechslungsreich inszenierte Michael Christ dabei die einzelnen Solo-Stimmen und brachte mit seinen Arrangements die Stärken der Mainzer Hofsänger zum Klingen.

Volkstümliche, traditionelle Weihnachtsweise standen neben Werken großer Komponisten wie Johann Sebastian Bachs „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder dem italienischen Weihnachtslied „Mille Cherubini in Coro“ von Franz Schubert. Programmwechsel sorgten für freudige Überraschung, wie etwa das inbrünstig gesungene Versprechen: „Here I am, Lord“ (Hier bin ich, Herr) oder „Holy Queen“ aus Sister Act. Mehrere Potpourris klassischer, deutscher Weisen wie „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Was soll es bedeuten“ kontrastierten mit den witzig aufgezogenen, amerikanischen Christmas-Songs wie „Let it snow“, „Rudolph, the red-nosed reindeer“ oder „Winterwonderland“. Es erklang das traditionelle englische Weihnachtslied „The First Noelle“ oder das rhythmisch sehr anspruchsvoll inszenierte „Feliz navidad“ aus Spanien. Hier erschollen Begeistungspfiffe des ohnehin sehr applaudierfreudigen Publikums.

Ruhige, schmelzige Titel wie „White Christmas“ auf Deutsch und Englisch wechselten mit rockig-schnellen Spirituals wie „Glorious Kingdom“. Immer wieder ließ der kleine Chor seine Stimmgewalt aufbrausen, erhöhte die Spannung mit seinen wohl dosierten Crescendi, begeisterte mit perlenden Soli und erstaunte mit der Klangvielfalt und Tiefe, die Michael Christ seinen Mannen entlockte.



Immer wieder, wie etwa bei „Vom Himmel hoch“, erhielt auch Andreas Leuck mit gropßartigen Zwischenspielen seine solistischen Auftritte. Dazwischen erfuhr das Publikum Wissenswertes über die Mainzer Hofsänger, die so viel mehr können, als die Fastnacht zu gestalten, und deren soziales Wirken mit über 1,6 Millionen Euro für gute Zwecke im Laufe ihrer Karriere. An Stelle ihrer sonst bombastisch und gewaltig inszenierten Schlusslieder verbreiteten die Mainzer Hofsänger mit der inbrünstig gesungenen „Stille Nacht, Heilige Nacht“ tief empfundene Weihnachtsstimmung. Mit einem in der letzten Strophe gemeinsamen „Oh Du fröhliche“ endeten fast zwei genussvolle Stunden.

„Es war ausgezeichnet. Diese Stimmgewalt und diese großartigen Solostimmen sind außergewöhnlich“, begeisterte sich Marlies Kerfin. Die Zweibrückerin fand auch das soziale Engagement „äußerst lobenswert“.