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Flughafen-Chef weist Kritik zurück

Zweibrücken. Beim Versuch, den saarländischen Kampf für den Saarbrücker Flughafen hervorzuheben und das Engagement der rheinland-pfälzischen Landesregierung für den Zweibrücker Airport zu kritisieren, ist CDU-Landeschefin Julia Klöckner übers Ziel hinausgeschossen, findet der Zweibrücker Flughafen-Chef Rüdiger Franke: Er habe das Konzept selbst in Brüssel vorgestellt. Lutz Fröhlich

Der Flughafen Saarbrücken habe der EU-Kommission ein Sanierungskonzept vorgelegt, während man auf rheinland-pfälzischer Seite nur hochgerechnet habe, wie viele Passagiere man brauche, um nicht mehr im Minus zu sein - diesen Vorwurf von CDU-Landeschefin Julia Klöckner (wir berichteten) weist der Flughafen Zweibrücken zurück. Geschäftsführer Rüdiger Franke betont auf Merkur-Anfrage: "Ich habe unser Konzept selbst in Brüssel vorgestellt. Das war plausibel, es gab nur zwei, drei redaktionelle Nachfragen." Auch von unrealistischen Zweibrücker Passagier-Prognosen könne keine Rede sein, so Franke: "Unsere Planung sah rund 400 000 Passagiere in zehn Jahren vor - das ist noch unter der Zahl, die wir in der Zeit der Berlin-Flüge schon hatten." Vergangenes Jahr wurden in Zweibrücken 220 740 Passagiere gezählt. Richtig sei zwar, dass der Flughafen Saarbrücken größere Kosten-Verringerungen als Zweibrücken geplant habe, sagt Franke. Doch die Kosten in Zweibrücken seien - vor allem aufgrund der bisher schon deutlich kleineren Zahl fest angestellte Mitarbeiter - verglichen mit Saarbrücken kein Problem. Franke erläutert: "Wir sind deshalb in unserem Konzept an die Erlöse gegangen." Beispielsweise sollten mit einem "Travel Value Shop" (so heißen heute die früheren Duty-Free-Shops) die Einnahmen des Flughafens verbessert werden. Franke: "Der Travel-Value-Shop war sogar schon fertig eingerichtet, nur die Waren waren noch nicht gekauft." Da kam nämlich der Insolvenzantrag dazwischen, den der Flughafen Ende Juli nach der Ankündigung von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stellte, vom Flughafen Zweibrücken Beihilfe-Rückzahlungen von über fünfzig Millionen Euro zu verlangen.