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Verein für Flüchtlingshilfe
Flüchtlingshilfeverein eröffnet Räume

Die Flüchtlingshilfe Zweibrücken hat neue Räume im Haus von Elke Hilgert (2.v.r.) bezogen.
Die Flüchtlingshilfe Zweibrücken hat neue Räume im Haus von Elke Hilgert (2.v.r.) bezogen. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Ein Jahr lang haben Elke und Manfred Hilgert das historische Haus in der oberen Maxstraße renoviert.

Seit Anfang März hat der Verein für Flüchtlingshilfe [Zukunft-zusammen] in Zweibrücken ein neues Domizil. Kürzlich fand bereits die Jahreshauptversammlumng des gemeinnützigen Vereins in den eigenen Räumen in der oberen Maxstraße 14 statt. „Bislang ist unser Aufenthaltsraum hier fertig und die Toiletten. Das übrige renovieren jetzt nach und nach“, beschreibt Elke Hilgert die Prioritäten. Vor einem Jahr hatten sie und ihr Ehemann Manfred das alte Haus erworben, auch, um Wohnraum für syrische Flüchtlinge zu schaffen.

„Dieses ist eines der ältesten Häuser von Zweibrücken und eines der am bestes erhaltenen, da es nie zerstört oder schon nur beschädigt wurde“, weiß der Vereinsvorsitzende, Manfred Hilgert. Es entstand 1703. Jeder Handgriff in dem uralten Gemäuer war jedoch ein Abenteuer, und das Ehepaar sowie einige wenige Helfer aus dem Verein verbrachten Tage und Nächte damit, es auszuräumen und nach und nach neu zu gestalten.

Die letzte Februarwoche wurde mit vereinten Kräften geputzt und eingerichtet. Jetzt kann es mit einer improvisierten Tee-Kochecke im Raum und einem kleinen Getränkekühlschrank im Nebenzimmer zumindest als Büro und Treffpunkt genutzt werden. Das Bild von Tochter Louiza aus einem Schulprojekt an der Wand gemahnt an den Frieden: Klug ist es, Gewalt ohne Gewalt zu bekämpfen.



„Zur Versammlung saßen hier rund 30 Leute, der Raum war komplett ausgefüllt“, freut sich die engagierte Ehrenamtlerin über den großen Zulauf. Das Mobiliar, Tische und Stühle, hat die Gaststätte „La Bandiera“ gestiftet. Weitere Möbel stehen zum Teil bereits im Haus, andere sind noch zwischengelagert. „Hier fehlt noch ein Sofa und auch im Nebenraum, als Chill-Eck, in dem man auch mal in Ruhe ein Buch lesen kann“, plant Elke Hilgert, die sich als Ideengeberin und Kopf der Flüchtlingshilfe sieht.

Regale für die vielen Spenden sollen an die Wände, so dass sich jeder Bedürftige bedienen kann. „Kindersachen und Haushaltsgegenstände, vor allem auch Elektrogeräte wie Staubsauger nehmen wir gerne noch“, sagt sie. Außer den offenen Monatstreffen – der erste Stammtisch ist am 19. März ab 20 Uhr – finden ab sofort die wöchentlichen, offenen Kaffeenachmittage jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr ebenfalls in der Maxstraße 14 statt und nicht mehr im Mehrgenerationenhaus.

Der große Aufenthaltsraum dort wurde gerade rechtzeitig fertig, um einen neuen B2-Deutschkurs zu starten. „Das ist schon anspruchsvoll“, weiß Elke Hilgert, dankbar für den Einsatz von Karsten (Nachname der Redaktion bekannt), der auch den Deutschunterricht für Anfänger, ABC-Schützen oder die Nachhilfe ebenso ehrenamtlich stemmt, wie alle Vereinsmitglieder ihr Engagement.

In der Küche fehlen noch die Elektroinstallation um die geplante Teeküche einzurichten. Doch auch dann bleibt der gemeinsame Kochabend im Monat in den Räumen der Lebenshilfe im alten evangelischen Krankenhaus. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, weiß Elke Hilgert. So sind die Zimmer und Wohnungen noch nicht fertig. „Wir brauchen dringend zahlungskräftige Vereinsmitglieder und Sponsoren“, lässt die gebürtige Berlinerin durchblicken, allein um Strom und die Heizkosten zu decken.

Für den Sommer soll der Innenhof zum täglichen Treffpunkt hergerichtet werden. „Wir sind hier multikulti: Syrien, Türkei, Russland und andere Nationen“, zählt Elke Hilgert auf. Der Kurde Kamirakaus Aleppo, der gut Deutsch und Arabisch spricht, dient als wichtigster Ansprechpartner. Um das gesellige Miteinander, an das die Araber von Zuhause aus gewöhnt sind, zu fördern und eine Gemeinschaft auch mit interessierten Deutschen zu ermöglichen, will Elke Hilgert einen Spieleabend einrichten, zu dem alle eingeladen sind.