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Flüchtlingsdorf Mitte April einzugsbereit

Zweibrücken. Die Zahl der Flüchtlinge in Zweibrücken ist zwar deutlich zurückgegangen. Trotzdem wird das neue Containerdorf gegenüber dem Flughafen-Terminal gebraucht. Die Fertigstellung hat sich allerdings erneut verzögert. Lutz Fröhlich

Deutlich zurückgehende Flüchtlingszahlen , Bau eines Flüchtlingsdorfs und Leitungs-Wechsel: Bei den Asylunterkünften am Zweibrücker Flugplatz gibt es gerade viele Veränderungen.

Zurzeit sind in der ehemaligen Flughafen-Ankunftshalle laut ADD nur noch 291 Flüchtlinge untergebracht (Stand: 30. März) - im Herbst waren es noch bis zu 500. "Das liegt sowohl an der Witterung als auch an weltpolitischen Rahmenbedingungen, kann sich aber jederzeit ändern", erklärt die für die rheinland-pfälzischen Erstaufnahmeeinrichtungen verantwortliche ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier) auf Merkur-Anfrage. Die meisten Flüchtlinge (50 Prozent) seien derzeit Syrer, viele kämen aber auch aus Afghanistan (20 Prozent).

Der eigentlich schon für Januar geplante Umzug der Flüchtlinge aus der Airport-Halle gegenüber auf den Ex-Parkplatz hat sich weiter verzögert. Die ersten Flüchtlinge könnten "voraussichtlich Mitte April" in die neuen Wohncontainer umziehen, kündigt ADD-Sprecherin Miriam Lange nun an. Auf der Baustelle für das Flüchtlingsdorf herrschte diese Woche noch reges Treiben. Die Doppel-Wohnhäuschen stehen schon - aber von den beiden geplanten Hallen für zentrale Einrichtungen wie Essensraum und Sanitäranlagen stehen erst Stahlgerüste. Ausgelegt sind die 42 Doppel-Fertighäuschen für maximal 502 Personen (wir berichteten), Lange nennt "circa 400" als angestrebte Zahl - die gleiche, wie bislang auch in der Abflughalle "sozialverträglich untergebracht werden können".

Die Abflughalle müssen die Flüchtlinge verlassen, weil sonst die fliegerische Rest-Nutzung des Flugplatzes erschwert würde (wir berichteten).

Ein weiteres Provisorium endet bereits zum Monatswechsel März/April: Sowohl die Erstaufnahmeeinrichtung im Flughafen als auch die wenige hundert Meter entfernte im ehemaligen Appart-Hotel (reserviert für besonders Schutzbedürftige wie Familien und Alleinerziehende, aktuell 267 Bewohner) bekommen eine neue Leitung. ADD-Sprecherin Lange: "Bislang waren Jürgen Buchholz von der JVA Zweibrücken im Terminalbereich als Leiter und Barbara Matheis vom Landgericht Zweibrücken als Leiterin im ehemaligen Hotel eingesetzt. Künftig werden beide Standorte als Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung Kusel mitgeführt." Der dortige Leiter sei Martin Ziemer, die Betreuung der Flüchtlinge in Zweibrücken erfolge aber durch Mitarbeiter aus Kusel, die "regelmäßig vor Ort" sein würden. Außerhalb dieser Zeiten bleibe es dabei, dass die Zweibrücker Einrichtungen "von qualifizierten Mitarbeitern der beauftragten Betreuungsverbände in enger Abstimmung mit der ADD geführt" würden.

Die ADD sei den Justiz-Kollegen "sehr dankbar" für die "Amtshilfe während der Aufbauarbeit", schreibt Lange. Es wäre sonst nicht möglich gewesen, in so kurzer Zeit so viele Erstunterkünfte in Rheinland-Pfalz aufzubauen. Diese Unterstützung sei von Anfang an als kurzzeitige Übergangslösung gedacht gewesen und laufe nun zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch in anderen Einrichtungen aus.

Dies betrifft auch Axel Schaumburger, Leiter der Arbeitsverwaltung in der JVA Zweibrücken : Er gibt zum 1. April die Leitung der Flüchtlings-Erstaufnahme in Wittlich ab.