| 20:38 Uhr

Ich lebe gerne in Mörsbach
Feuerwehr und Sportverein Tür an Tür

 Der Förderverein und die Freiwillige Feuerwehr Mörsbach stehen gemeinsam vor dem Feuerwehrhaus und dem Löschfahrzeug.
Der Förderverein und die Freiwillige Feuerwehr Mörsbach stehen gemeinsam vor dem Feuerwehrhaus und dem Löschfahrzeug. FOTO: Volker Baumann
In Mörsbach arbeiten die Vereine Hand in Hand. Von Volker Baumann

In der Steinackerstraße in Mörsbach ist viel los. Das bekommt man allerdings nicht mit, wenn man nur die Hauptstraße in Richtung Käshofen durchfährt und nicht auch nach rechts abbiegt. Viele verbinden Mörsbach deshalb vor allem mit einer Durchgangsstraße – ohne die schönen und auch „turbulenten“ Ecken des Zweibrücker Stadtteils entdeckt zu haben.

Mit turbulent sind zum Beispiel die nebeneinander liegenden Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr und des Sportvereins gemeint, wobei man sich bei Ersterer mitunter wünscht, dass es nicht ganz so turbulent zugeht, da es sich dann meist um Einsatzlagen handelt, die einer gewissen Gefahrenstufe zuzuordnen sind. Außer, man trifft sich dort mal mit den Einsatzkräften zum gemütlichen Beisammensein oder zu Besprechungen.

Über der Feuerwehrzentrale befindet sich das Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Man könnte auch sagen, die Freiwillige Feuerwehr ist im Erdgeschoss des DGH untergebracht. Somit befindet man sich in diesem Bereich der Steinackerstraße eigentlich  im Zentrum von Mörsbach. Das DGH wurde 1965/66 als Bürgermeisteramt und Feuerwehrhaus errichtet. Nach der Eingliederung von Mörsbach als Stadtteil von Zweibrücken 1972 wurde der Sitzungssaal weiter vom Ortsbeirat genutzt, einige Jahre gab es auch eine Bücherei. Außerdem finden im DGH seit 1974 die Zusammenkünfte der LAB (Altenstube) statt. Auch der Jugendverein hat dort noch eigene Räumlichkeiten. Schon seit 1876 gibt es eine Feuerwehr in Mörsbach, damals noch mit einfachen Mitteln, heute jedoch mit einem eigenem Löschfahrzeug. Nach der Eingemeindung Mörsbachs wurde die Mörsbacher Feuerwehr als Teil der Feuerwehr Zweibrücken dorthin eingegliedert.



Kein Mensch sagt in und zu  Mörsbach eigentlich wirklich „Mörsbach“, sondern „Merschbach“ – weshalb sich der dort gegründete Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr (so ist es auch auf den T-Shirts zu lesen) „Förderverein Merschbacher Feierwehr e.V.“ nennt. Patrick Frey, erster Vorsitzender des  im Jahr 2000 gegründeten  Vereins mit 40 Mitgliedern, ist froh, dass die Mörsbacher Feuerwehr von Einnahmen aus Veranstaltungen des Vereins profitieren kann und regelmäßig Anschaffungen erhält, die eine normale Ausstattung der Wehr nicht beinhaltet. Zum Beispiel ein kürzlich angeschafftes Handwerkszeug zum schnellen Öffnen von Türen.

Dennis Nizard, ebenfalls Feuerwehrmann und neuer stellvertretender Ortsvorsteher in Mörsbach, weiß diese Initiative zu schätzen und begrüßt, dass die Vereine in Mörsbach gut zusammenarbeiten und sich unterstützen. Sei es beim Dorffest, beim Feuerwehrfest, an Halloween oder am Adventsumtrunk. An Halloween gab es im Neubaugebiet im Schweizer Ring auf Privatinitiative sogar eine große Geisterbahn mit lebenden, elektrisch und pneumatisch bedienten Geistern, um den Kindern und der Jugend im Dorf ein besonderes Erlebnis zu bereiten. Was einmal als kleine Veranstaltung entstanden sei, habe nun schon außergewöhnlichen Event-Charakter.

Die zweite turbulente Adresse ist der Sportverein SV 21 Mörsbach  mit seiner großen Sporthalle gleich neben der Feuerwehr. Dort herrscht insbesondere donnerstagabends ein reges Kommen und Gehen, wenn die Tischtennisabteilung ihr offenes Training anbietet und die Künstler an den Zelluloid-Bällen zum Teil von weither – etwa aus Ludwigshafen – angereist kommen. „Das gemeinsame offene Training brachte schon große Erfolge“, erläutert Abteilungsleiter Peter Stephan, denn es seien schon viele gute Spieler in Mörsbach „hängengeblieben“ , da sie die Gemeinschaft schätzen gelernt hätten. Mit vier Mannschaften sei die Tischtennisabteilung so gut aufgestellt wie nie zuvor.

Auch der seit 1980 erste Vorsitzende des Sportvereins, Kurt Blinn, ist von der Möglichkeit des offenen Trainings an sechs Tischtennisplatten – was nicht viele Vereine anbieten – überzeugt. Noch immer gibt es beim Sportverein eine Gymnastikgruppe, die auch für Seniorinnen und Senioren das richtige Angebot parat hat. Zwei Jubiläen kann der Verein feiern: Die Tischtennisabteilung wurde gerade 50 Jahre alt und im übernächsten Jahr wird der Gesamtverein bereits 100. Herzlichen Glückwunsch!

Der neue Ortsvorsteher Achim Ruf wünscht sich für Mörsbach insbesondere drei bessere Verbindungen. Erstens den Ausbau der Mobilfunkverbindung, der im Stadtteil auf der Höhe noch im Argen liegt. Zweitens den Ausbau der Busverbindung, die fast nur auf Schulbusse beschränkt sei. Eine Route über die Schleife Zweibrücken, Homburg und Kirrberg wäre „absolut wünschenswert“, so der Orts-Chef. Und die dritte Verbindung sei der Anschluss an das Fahrradnetz, das Mörsbach bislang ebenfalls außen vor lasse. Aber auch ohne diese Verbindungen fühlen sich viele Menschen im Ort mit Mörsbach ganz eng verbunden.

 Ein offenes Tischtennis-Training  an sechs Tischen in der Sporthalle des SV 21 Mörsbach.
Ein offenes Tischtennis-Training  an sechs Tischen in der Sporthalle des SV 21 Mörsbach. FOTO: Volker Baumann
 Der Blick von Mörsbach auf die Sickinger Höhe.
Der Blick von Mörsbach auf die Sickinger Höhe. FOTO: Volker Baumann