| 20:44 Uhr

Camp Dietrichingen
Ferienspaß im Camp Dietrichingen

Die Kinder bauen im Camp Dietrichingen gerade ein Hobbithaus.
Die Kinder bauen im Camp Dietrichingen gerade ein Hobbithaus.
Dietrichingen . 40 Kinder erleben zurzeit wunderschöne Ferien im Camp Dietrichingen. Hauptattraktion in diesem Jahr ist der Bau eines Hobbithauses. Mit Feuereifer sind die kleinen Urlauber bei der Sache.

„Wir helfen!“ Trinkbecher werden aus der Hand gestellt, ein kaum begonnenes Spiel wandert zurück ins Regal, und voller Begeisterung laufen die Kinder über die große Wiese an die Baustelle. Auf einer kleinen Waldlichtung im Camp Dietrichingen entsteht in diesem Jahr ein Hobbithaus, das die Waldläufer gemeinsam mit den 40 Ferienkindern des traditionellen Sommercamps des Zweibrücker Jugendamtes errichten. „Einer hält den Sack auf und einer schippt den Sand da hinein“, erklärt Tobias Weidler.

Mit Feuereifer machen sich die Kinder ans Werk. Stolz zeigen sie den großen Rundbau, der in wenigen Tagen bereits entstanden ist. „Das sind Säcke, wie sie beim Hochwasserschutz verwendet werden, zum Teil wasserdicht, die wir mit Rheinsand füllen“, erklärt Hans Traxel, Erster Schwertträger der Waldläufer. Gemeinsam mit Ehefrau Bettina „mauert“ er Runde um Runde die gefüllten Säcke zu einem runden Gebäude von gut drei Metern Durchmesser, mit Tür und Fenster. Stabilisiert werden die Sandsäcke mit Stacheldraht zwischen den einzelnen Reihen, damit sie fest liegen und nicht abrutschen. „In Amerika entstehen so ganze Wohnhäuser“, wissen die beiden. Im Eingangsbereich soll der Bau über mannshoch werden und nach hinten abfallen, damit später das Wasser vom Dach ablaufen kann und der Eingang trocken bleibt. Bis dahin gibt es jedoch noch viel Arbeit. „Das Haus wird innen verputzt und außen kommen Gras und Moos drauf“, beschreiben die Kinder. Sie sind stolz auf ihr Werk. Nicht alle der Sechs- bis 14-jährigen beteiligen sich gleichzeitig am Bau.

„Das ist rein freiwillig. Es werden immer verschiedene kreative oder sportliche Aktivitäten gleichzeitig angeboten“, erklärt Hans Traxel. Einige spielen Tischtennis, andere üben sich in Geschicklichkeitsspielen. Kleine Gruppen sitzen an den Tischen auf der überdachten Veranda und vergnügen sich mit Brettspielen oder Karten. „Das ist viel besser als Handy oder Tablet und zocken“, findet Tim Freyler und schaut von seinen Wizard-Karten auf.



Die zehnjährige Nora Engelmann aus Kleinsteinhausen hat sich mit Schaf Else und Katze Hilde angefreundet. „Heute waren wir mit der Jägerin im Wald und haben Spuren von Wildschweinen, Rehen und eieinem Fuchs gesehen“, berichtet sie. „Und die Kuhle, in der sich die Wildschweine suhlen und das Abgeschubberte von ihrem Rücken an den Bäumen“, teilt sie ihr neu erworbenes Wissen. Auch die Begegnung mit den Greifvögeln bei dem Besuch des Falkners hat die Kinder beeindruckt. „Da war auch ein Babyadler dabei“, erzählt Henry Ewig. Der Elfjährige aus Althornbach kommt seit vier Jahren zum Sommercamp. Er hat Freunde mitgebracht und auch wieder neue gefunden. „Die Betreuer haben so viel Zeit für uns, spielen mit uns, machen einfach alles“, schwärmt er. „Und das Essen ist echt super“, ergänzt Amanda Sandmann begeistert.

Auch Julian Markus Maisch kommt seit mehreren Jahren ins Camp. Der 15-Jährige aus Kapsweyer an der französischen Grenze bei Weißenburg macht in diesem Jahr ein Praktikum. „Dann kann ich ab nächstem Jahr als Betreuer wieder kommen. Sonst wäre ich zu alt“, erklärt er. Die Aufgabe traut er sich zu. Seine Berufswünsche allerdings tendieren zu einem Chemie-Studium bei der BASF. Anders als Clara Maria Hertel. Die 17- jährige Hornbacherin macht eine Ausbildung zur Sozialassistentin und will Erzieherin werden. „Hier im Camp kann ich wertvolle Erfahrung sammeln“, freut sie sich über den Praktikantenplatz. Ihre größte Herausforderung: „Den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Kinder mit ihren unterschiedlichen Charakteren gleichermaßen gerecht zu werden. „Wir ziehen unsere Betreuer zumeist aus den Reihen der Ferienkinder. Sie haben hier viel gelernt und wollen das gerne weiter geben“, freut sich Hans Traxel. Auch in diesem Jahr gab es für die 40 Plätze mehr als 100 Interessenten.

www.camp-dietrichingen.de