| 21:14 Uhr

VTZ
Fechten ist seine Leidenschaft

Volker Petri feierte gerade seinen 75. Geburtstag. Er trainiert immer noch den Fecht-Nachwuchs bei der Vereintigen Turnerschaft und nimmt sogar noch selbst an Wettkämpfen teil.
Volker Petri feierte gerade seinen 75. Geburtstag. Er trainiert immer noch den Fecht-Nachwuchs bei der Vereintigen Turnerschaft und nimmt sogar noch selbst an Wettkämpfen teil. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Volker Petri hat nicht nur sportliche Erfolge vorzuweisen, er engagiert sich seit Jahrzehnten in der Nachwuchsarbeit. Von Nadine Lang

Gestern feierte Volker Petri seinen 75. Geburtstag. An diesem Tag war er ausnahmsweise einmal nicht in seiner Fechtausrüstung anzutreffen, obwohl der gebürtige Zweibrücker noch regelmäßig darin im Einsatz ist ist. Denn Fechten ist nach wie vor ein großer und wichtiger Teil seines Lebens.

Dem gebürtigen Zweibrücker wurde diese Sportart sozusagen in die Wiege gelegt, war doch sein Vater Heinrich bereits Abteilungsleiter im Fechten – zunächst in Kaiserslautern. 1933 kam Heinrich Petri nach Zweibrücken, doch während und nach den Kriegsjahren war die Sportart verboten, da sie unter das Waffengesetz fiel. Fechtbegeisterte Menschen trafen sich zu der Zeit heimlich, um ihre Sportart fortzuführen, wie Volker Petri erzählt. Erst in den 50er Jahren wurde die Sportart wieder als solche anerkannt und Volker Petris Vater fing ebenfalls wieder zu fechten an. In seiner Kindheit blieben Volker darum zunächst nur andere Sportarten. Zwölf Jahre lang begeisterte er sich für das Geräteturnen und spielte mehrere Jahre Handball. 1957 begann er schließlich selbst mit dem Fechten – unter den wachsamen Augen seines Vaters, der die Abteilung bei der VTZ aufzog.

Der Trainingserfolg zwischen Vater und Sohn gab ihnen Recht, und so trainierten die beiden immer weiter – bis zur Vize-Weltmeisterschaft und darüber hinaus.



Volker Petri bemerkte allerdings schnell, dass er beim Fechten stets der Jüngste war und es an Nachwuchs mangelt. „Da habe ich mich selbst eingeklinkt“, erinnert er sich.

Nur vier Jahre nach dem Einstieg ins Fechten begann Volker Petri im Alter von 18 Jahren selbst andere zu trainieren. Zur etwa gleichen Zeit stellte er das Geräteturnen ein, denn das sportliche Leben war auch mit seinem Beruf irgendwann nicht mehr vereinbar. Und so hat sich Volker Petri auf das beschränkt, was ihm in seiner Freizeit am meisten am Herzen lag. Im Laufe der Jahre hat er dabei, neben Familie und Beruf, etliche sportliche Erfolge erzielen können. So wurde er beispielsweise 1999 Vizeweltmeister der Senioren (Florett). 1997 wurde er Europameister der Senioren (Florett) und in den Jahren 1985, 1992, 1995 und 1999 Deutscher Meister der Senioren, um nur einen Teil zu nennen.

Im Jahr 1977 wurde Volker Petri Abteilungsleiter im Fechten bei der VTZ als Nachfolger seines Vaters, der im gleichen Jahr verstorben war. In diesem Jahr findet ihm zu Ehren bereits das 41. Heinrich-Petri-Gedächtnisturnier statt. Doch neben der eigenen Ausübung des Sports, war es Volker Petri immer auch wichtig, die Sportart an den Nachwuchs weiterzugeben – und durch wen funktioniert so etwas besser, als durch jemanden, der selbst auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, ist sich Volker Petri sicher.

Selbst heute im Alter von 75 Jahren trainiert er den Nachwuchs an zwei Tagen in der Woche, hat die Liebe zum Sport zudem auch an seinen eigenen Sohn weitergeben, den er ebenfalls selbst trainiert hat. Und lässt es sich nicht nehmen, selbst noch an Wettkämpfen teilzunehmen. „Ich kann meinen Sport ausüben, weil es keine Altersbegrenzung gibt“, erklärt Volker Petri. Und so will er im nächsten Jahr seinen Sohn nicht nur zur Weltmeisterschaft begleiten, sondern auch selbst daran teilnehmen. „Wenn wir schon zusammen hinfahren, dann mache ich auch mit“, erklärt er und grinst.