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Ehemaliger MdB und Stadtrat
FDP-Urgestein Hitschler gestorben

Er war ein 
brillanter 
Redner, gleichzeitig immer an der Sache 
orientiert: 
Walter Hitschler
Foto: pma  
Er war ein brillanter Redner, gleichzeitig immer an der Sache orientiert: Walter Hitschler Foto: pma   FOTO: Archiv
Zweibrücken. 2014 wollte Walter Hitschler nicht mehr in den Stadtrat, ließ sich deshalb ganz weit hinten auf der Liste aufstellen - doch die Bürger wählten ihn so weit nach vorn, dass zum Einzug in den Rat nur eine einzige Stimme fehlte.

Walter Hitschler ist tot. Am Mittwoch starb der 75-Jährige nach einer kurzen schweren Krankheit. Auch wenn sich Hitschler 2014 aus der öffentlichen Politik zurückgezogen hat, blieb das „liberale Urgestein“, wie ihn Hornbachs Bürgermeister Reiner Hohn vor Jahren anerkennend bezeichnet hatte, im persönlichen Gespräch ein politisch denkender Mensch. Der promovierte Volkswirt prägte 35 Jahre die Stadtpolitik mit. Als 30-Jähriger zog Hitschler 1972 erstmals für die FDP in den Zweibrücker Stadtrat, dem er zunächst bis 1980 angehörte. Von 1982 bis 1983 war er Landtagsabgeordneter und von 1987 bis 1994 Mitglied des Bundestags. 1999 kehrte Hitschler wieder in die Kommunalpolitik zurück. 2014 ließ er sich auf einem scheinbar völlig aussichtslosen Listenplatz aufstellen. Doch die Bürger wählten Hitschler, der im Stadtrat stets sachlich, aber pointiert für seine Auffassungen auftrat, weit nach vorne: Am Ende fehlte nur eine Stimme, um erneut in den Stadtrat einzuziehen. Bei seiner Verabschiedung forderte er junge Menschen auf, sich zu engagieren und sich „um die Stadt zu kümmern“. Dabei warb er nicht für eine Partei. Wichtig war ihm das Engagement in der Kommunalpolitik. „Die Stadtratsarbeit bereichert einen.“ 2011 bekam Hitschler von Zweibrücken die silberne Stadtplakette verliehen. Hitschler war über 50 Jahre Mitglied bei den Freien Demokraten, zuletzt als Ehrenvorsitzender des FDP- Stadtverbands und der -Bezirksverbands.

Zwölf Jahre lang war Hitschler Vorsitzender des Haus-und-Grund-Landesverbands. Dazu engagierte er sich beim Förderverein Druckmuseum. Beruflich war er unter anderem Lehrer an der Berufsschule Zweibrücken und bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz.