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Pro und Kontra Verlust der Kreisfreiheit Zweibrückens
„Identität braucht überschaubare Einheiten“ — „Keinen stört es“

Zweibrücken. PM-Leser debattieren über mögliche Einkreisung Zweibrückens in die Südwestpfalz.

Der Vorschlag eines von Landesregierung und allen Landtagsfraktionen gemeinsam beauftragten Gutachters, Zweibrücken und Pirmasens in den Landkreis Südwestpfalz einzugemeinden, sorgt auf der Facebook-Seite des Pfälzischen Merkur für eine intensive Diskussion. Die meisten Teilnehmer sehen diesen Vorschlag kritisch, es gibt aber auch Gegenstimmen.

So schreibt Stefan Kappel, der Verlust der Kreisfreiheit der beiden Städte „wäre weitaus weniger wild, als das wohl die meisten jetzt in einer Art von emotionaler Kurzschlussreaktion befürchten“. Denn Zweibrücken würde „nach einer ,Einkreisung’ weiterhin über einen Stadtrat, eine Stadtverwaltung und einen Oberbürgermeister verfügen. Und man müsste auch nicht wegen jeder Kleinigkeit nach Pirmasens in die Kreisverwaltung fahren.“ Schon heute nehme die Kreisverwaltung wie bei Gesundheitsamt und Veterinärwesen einige Aufgaben für die Stadt Zweibrücken wahr, „und keinen stört es“.

Günter Rohrbacher-List ist anderer Meinung: „Identität braucht kleine und überschaubare Einheiten.“ Auch Sascha Klein warnt vor einer Einkreisung: „Ich erinnere jetzt mal ganz ketzerisch an die Fusion der Sparkassen vor ca. 20 Jahren. Was hat die Stadt Zweibrücken dort jetzt noch zu melden? Wo werden dort jetzt die Strippen gezogen? Alles Wichtige ist in Pirmasens.“ Nach einer Angliederung an den Landkreis werde „Zweibrücken dann noch mehr in die Bedeutungslosigkeit versinken“.



Rainer Noa gibt zu bedenken: „Es immer das Gleiche – alle sehen die Notwendigkeit zum Sparen, aber bloß nicht vor der eigenen Haustür. Die Stadt Zweibrücken ist über beide Ohren verschuldet und sollte tunlichst daran arbeiten Schulden abzubauen und nicht alles was empfohlen wird zu verteufeln. Alles was hilft den Schuldenberg abzubauen ist gut.“

Mathias Fricke prohezeit: „Die ADD wird die Reißleine ziehen. Entweder Anschluss an den Landkreis oder Pleite.“

Patrick Gensheimer ruft dazu auf, Vor- und Nachteile einer Fusion abzuwägen. Zweibrücken dürften nicht überwiegend Nachteile entstehen. Er selbst stehe einer Fusion nach jetzigem Kenntnissstand aber aufgeschlossen gegenüber – denn Zweibrücken würde ja seine Stadtrechte behalten und „kein Ortsteil von Pirmasens“ werden. „Mit Sicherheit werden einzelne Ressorts an Einfluss verlieren, aber das macht dem Bürger sicher nichts aus.“

Axel Schaumburger dagegen warnt: „Nach dem Behördenabzug, der Evangelisches-Krankenhaus- Schließung als Folge des Landeskrankenhausplans, der Flughafenpleite ohne Not, der Schulschließungen uvm., wäre das der nächste Schlag der SPD gegen unsere Stadt.“ Insbesondere in der Pfalz werde „ein Identitätsverlust durch hemmungslose Einkreisung nicht widerspruchslos hingenommen“.

Dominik Schelian warnt vor „Panikmache“ – schließlich habe Innenminister Roger Lewentz (SPD) betont, es werde keine Zwangsfusionen geben. Christof Nieder erinnert dagegen: „Es wäre nicht die erste Zwangsfusion in Rheinland-Pfalz gegen den Bürgerwillen.“

Jürgen Kalleder findet, „dass man über solche Fusionen durchaus nachdenken darf – das sollte dann aber auch für Länderfusionen gelten. Hier könnte man so manchen Euro sparen.“

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(lf)