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Kommentar zum „Zweibrücken Fashion Outlet“
Outlet-Ausbau wird sehr, sehr schwer

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Stimmung in der Zweibrücker Stadt- und Land-Bevölkerung scheint klar für die Erweiterung des Fashion Outlets zu sein. Zum einen, weil man dort unbestritten gut einkaufen kann. Zum anderen, weil viele Bürger stolz darauf sind, dass bei uns in der „Provinz“ das größte Fabrikverkaufszentrum Deutschlands steht. Von Lutz Fröhlich
Lutz Fröhlich

Redakteur und Lokalreporter Zweibrücken

Auch für die Eigentümer-Firma Via Outlets ist klar: Ein Ausbau wäre sinnvoll, schließlich brummt das Center und ist schon lange vollvermietet.

Dennoch wage ich die Prognose: Der angestrebte Wachstum der Verkaufsfläche um 42 (!) Prozent wird schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Denn nach dem deutschen Raumordnungsrecht darf großflächiger Einzelhandel auf der Grünen Wiese die Versorgungsfunktion der benachbarten Städte nicht über Gebühr beeinträchtigen (Pirmasens erklimmt schon die Barrikaden). Bereits die jetzige Outlet-Größe war nur möglich, weil der damalige Betreiber auf ursprünglich größere Pläne verzichtete, nachdem der Streit bis vor den Bundesgerichtshof gegangen war.

Für die Outlet-Fans gibt es aber einen kleinen Hoffnungsschimmer: Die damaligen Prophezeiungen, dass in den Fußgängerzonen von Pirmasens, Homburg, Neunkirchen und auch Zweibrücken die Lichter ausgehen, wenn das Outlet steht, haben sich nicht bewahrheitet (abgesehen davon, dass etliche Kleidungsgeschäfte verdrängt wurden). Und längst ist der Online-Handel das größere Schreckgespenst für den klassischen Einzelhandel.



Auf jeden Fall zu rechnen ist nun wieder mit langwierigen Bebauungsplan-, Raumordnungs- und Gerichtsverfahren. Wobei am Ende auch wieder ein Kompromiss stehen könnte. Gut wäre, wenn dieser sich nicht nur auf die Flächengröße bezieht – sondern einen Konstruktionsfehler beseitigt: Mit Rücksicht auf die Innenstädte sind derzeit im Outlet viele Warengruppen verboten, was zu einem massiven Fokus auf Mode-Shops führt – eine Ballung, die den Innenstädten eher schadet als nutzt.