| 23:01 Uhr

Lesung für Kinder
Eine Geschichte zum Mitmachen

Die zwölfjährige Sophia Peehs hat ebenso wie der 13-jährige Niklas Müller bei der Illustration von „Geheimnis des Weltalls“ mitgewirkt. Beide halfen Autorin Esther Ringling beim Vorlesen.
Die zwölfjährige Sophia Peehs hat ebenso wie der 13-jährige Niklas Müller bei der Illustration von „Geheimnis des Weltalls“ mitgewirkt. Beide halfen Autorin Esther Ringling beim Vorlesen. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Esther Ringling liest in der Jugendbücherei aus ihrem Buch „Geheimnis des Weltalls“. Von Sebastian Dingler

(sedi) Wie man Kinder mit einer vorgelesenen Geschichte fasziniert, das zeigte am Freitag letzter Woche die Lesung des Buches „Geheimnis des Weltalls“ von Esther Ringling in der Jugendbücherei in der Hofenfelsstraße. Denn erstens hat die Autorin alles Mögliche an Spannendem, was Kinder interessiert, in die Geschichte gepackt: Zauberer, Feen und Prinzessinnen kommen da genauso vor wie Raketen, eine Weltraumfahrt und tolle Unterwasserwelten. Und zweitens verläuft die Geschichte interaktiv mit dem Leser oder eben, wie bei der Lesung, mit den 15 anwesenden Kindern.

An bestimmten Stellen konnten die sich nämlich per Applaus zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden, wie es weitergehen sollte. Anfangs waren diese Abstimmungen noch eindeutig, etwa da, ob der Held der Geschichte einen Planeten erkunden oder lieber in der Rakete bleiben sollte – was für eine Frage! Später gab es dann knappere Entscheidungen für eine von zwei Möglichkeiten des Handlungsverlaufs. Toll auch der Kniff der Autorin, den jungen Leser immer wieder mit Du anzusprechen: „Du kletterst in die Rakete hinein und probierst einen Hebel aus. Wow, was ist das? – Du wirst in den Sitz gedrückt“ heißt es da beispielsweise am Anfang der Geschichte, als die handelnde Person mit den Eltern das Technikmuseum in Speyer besucht und von da aus plötzlich in den Weltraum geschossen wird.

„Das Witzige dabei ist: Als ich das Buch geschrieben, gab es noch gar keine Rakete im Technikmuseum, die kam erst drei Jahre später dorthin“, erzählte die Autorin. Ob das nun ein Junge ist oder ein Mädchen, das das alles erlebt – es bleibt bei Esther Ringling offen. Zehn Jahre habe die spannende Geschichte bei ihr im Regal gelegen, erzählte die Autorin hinterher. Sie habe einfach niemanden gefunden, der sie schön illustrieren konnte. Die Lösung des Problem erbrachte erst ihr Kontakt zu Leuten aus dem Kunstverein. Die hätten gesagt: „Mensch, frag doch mal die Dagmar Grieve.“ Diese habe dann den Kontakt zur Zweibrücker Jugendkunstschule hergestellt: 13 Kinder zwischen acht und 16 Jahren übernahmen kurzerhand die Aufgabe der Illustration.



Bei der Lesung wurden auch die Originale der Buch-Illustrationen ausgestellt. Zwei der jungen Künstler, Sophia Peehs (12) und Niklas Müller (13), durften die Autorin beim Lesen unterstützen. „Mir haben die Bilder gefallen und dass man sich entscheiden konnte, wie es weitergeht“, sagte nach der Lesung die sechsjährige Lena. Letzteres fand auch der neunjährige Paul: „Ich fand am besten, dass man selber mitentscheiden durfte. Vom Inhalt hat mir am besten gefallen, wo die Rakete im Technikmuseum hochgestiegen ist.“ Der achtjährige Finn fand die Lesung gut. „Das Essen hat mir besonders gut gefallen, denn ich habe Hunger. Von den Abenteuern fand ich das Raketenfliegen am besten.“ „Am schönsten an der Geschichte fand ich die Prinzessin. Ich lerne gerade lesen“, meinte dagegen die sechsjährige Asma.