| 23:40 Uhr

Zeitzeugin bereichtet
Esther Bejarano und Microphone-Mafia klären über Auschwitz auf

Esther Bejarano liest in Zweibrücken aus ihren Memoiren.
Esther Bejarano liest in Zweibrücken aus ihren Memoiren. FOTO: cim
Zweibrücken. Die 93-Jährige ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters des Konzentrationslagers. Morgen Abend liest sie in der Alexanderskirche.

Der Städtischen Schülervertretung (SSV) ist es gelungen, die Zeugin des Nazi-Terrors in Deutschland und Europa, Esther Bejarano, inzwischen 93 Jahre alt, einzuladen. Morgen Abend liest sie um 19 Uhr in der Alexanderskirche nicht nur aus ihren Memoiren. Sie spielt und singt auch mit Kutlu Yourtseven von der Microphone-Mafia und mit ihrem Sohn Joram Bejarano Lieder von damals und heute gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Als Mädchen wurde sie mit der Familie verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Sie konnte nur überleben, weil sie im Mädchenorchester des KZ Akkordeon spielte. Fluch und Segen zugleich. So etwas wie Auschwitz dürfe sich nie mehr wiederholen – dafür kämpft sie.

Tags darauf ist Esther Bejarano – diesmal allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit – am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium zu Gast, um den Schülern von ihren schrecklichen Erlebnissen währdend des Dritten Reiches zu berichten. Im Beisein von Bürgermeister Christian Gauf wird sie sich auch in das „Goldene Buch“ der Stadt Zweibrücken eintragen. „Eine einmalige, nie wiederkehrende Gelegenheit, gerade auch für Eltern mit ihren Kindern, ein Fenster für kurze Zeit zu öffnen in eine Vergangenheit, die niemand von uns erlebt hat. Gott sei Dank, oder wem auch immer. Nicht mehr lange und die Fenster schließen endgültig“, sagt SSV-Verbindungslehrer Wulf Pippart.