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Esperanto-Kongress in Boulogne

Zweibrücken. Oliver Walz, Delegierter des Esperanto-Weltbundes für Esperanto ist einer von 2500 Teilnehmern des Esperanto-Weltkongresses. Dieser findet heuer in Lille und Boulogne, der Partnerstadt Zweibrückens, statt. red

Alljährlich kommen die Esperanto-Sprecher zu ihrem Weltkongress zusammen. Dieses Jahr findet der hundertste Kongress in Lille und Boulogne-sur-Mer, der nordfranzösischen Partnerstadt von Zweibrücken, statt. Über 2500 Teilnehmer aus 87 Ländern wurden im Vorfeld dieser internationalen Veranstaltung erwartet. Darauf weist der Sprecher der Stadt Zweibrücken, Heinz Braun, hin. Der Kongress endet an diesem Samstag.

Bereits 1905 hatte der erste Esperanto-Weltkongress in Boulogne-sur-mer stattgefunden. Selbst aus Nicaragua, Madagaskar, Nepal, Malaysia und Ost-Timor reisen Gäste nach Lille. Esperanto ist dann die gemeinsame Sprache für alle. Mit dabei ist auch Oliver Walz, der Delegierte für Zweibrücken des Esperanto-Weltbundes (UEA) mit Sitz in Rotterdam und Direktor des Becker-Meisberger-Instituts in Blieskastel, teilt Stadtsprecher Braun weiter mit.

Walz war am Mittwoch bei einer besonderen Feier im Rathaus von Boulogne-sur-Mer aus Anlass des100. Esperanto-Weltkongresses vertreten. Er überreichte dort Bürgermeister Frédéric Cuvillier ein spezielles Geschenk der Stadt Zweibrücken hielt im Namen von Oberbürgermeister Kurt Pirmann ein Grußwort in Esperanto und Französisch halten, ferner überbrachte er die Glückwünsche der Partnerstadt Zweibrücken.

Am 26. Juli 1887 wurde Esperanto von Ludwig Zamenhof das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und deshalb wird dieser Tag auch in diesem Jahr in der ganzen Welt als "Esperanto-Tag" wieder gefeiert. Ein paar Millionen Menschen haben bisher die internationale Sprache Esperanto gelernt - eine geplante Sprache, die in etwa einem Drittel der Zeit zu erlernen ist, die man für andere Sprachen braucht. Esperanto wird heute von immer mehr Menschen gesprochen, verteilt in über 120 Ländern auf der ganzen Welt.

Esperanto hat in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr an Beachtung gewonnen. So gibt es heute zum Beispiel in Ungarn laut Erhebung der dortigen Volkszählung, vier Mal so viele Esperanto-Sprecher wie 1990. Für viele Ungarn ist Esperanto jetzt Familiensprache oder eine der Muttersprachen.

Es hat sich eine lebendige Musikkultur entwickelt - das Internet-Radio "Muzaiko" spielt rund um die Uhr Esperanto-Musik und Beiträge in Esperanto. Esperanto-Vereine gibt es jetzt auch in vielen Ländern Afrikas und zum Beispiel in Nepal. Dort gibt es regelmäßige Himalaya-Wanderungen für Esperanto-Sprecher aus aller Welt. Auch in China gewinnt Esperanto immer mehr an Bedeutung. Die chinesische Regierung veröffentlicht an jedem Werktag aktuelle Landesnachrichten, aber auch Reportagen über die Esperanto-Aktivitäten in China und weltweit und bietet zusätzlich auch einen Radiosender und eine Zeitschrift im Internet an.

Das Internet hilft natürlich mit, die Esperanto-Sprecher weltweit zu vernetzen. Die Esperanto-Wikipedia hat über 200 000 Artikel - ähnlich viel wie etwa die Ausgaben auf Dänisch oder Bulgarisch. Monatlich kommen über tausend neue Artikel hinzu.

Esperanto begeistert seit nun schon 128 Jahren die Nutzer. Esperanto-Sprecher genießen ihre Sprache und die persönlichen Kontakte mit Menschen aus Dutzenden von Ländern. Dabei ist Esperanto schnell zu erlernen. Meist reichen 30 bis 50 Stunden Lernzeit aus - zwei oder drei Wochenendkurse - um Esperanto-Veranstaltungen genießen zu können, heißt es in der Pressemitteilung des Stadtsprechers.