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Zweibrücker Oliver Walz feiert 70.
Grenzenlose Möglichkeiten mit Esperanto

 Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich „Senjoro Esperanto“, Oliver Walz, um die Weltsprache zu etablieren. Mit „Mirinda“ gibt es ein Esperanto-Wort, das viele Menschen kennen.
Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich „Senjoro Esperanto“, Oliver Walz, um die Weltsprache zu etablieren. Mit „Mirinda“ gibt es ein Esperanto-Wort, das viele Menschen kennen. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Der Zweibrücker Esperanto-Experte Oliver Walz feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag. Seit weit über 50 Jahren engagiert er sich lokal, regional, national und weltweit für die gemeinsame „Friedens-Sprache“. Dank Esperanto fand er berufliches wie privates Glück. Weltweit übertragene Esperanto-Veranstaltungen werben für Zweibrücken. Von Cordula von Waldow

„Mit Esperanto ist möglich, was du nie für möglich gehalten hättest. Diese Erfahrung macht der Zweibrücker Oliver Walz seit weit über 50 Jahren. Bereits als Schüler kam der langjährige Präsident des Saarländischen Esperantobundes, Vorstandsmitglied im Deutschen Esperanto-Bund und Delegierter im Esperanto-Weltbund sowie Gründer des Esperanto-Clubs Zweibrücken mit der Eine-Welt-Sprache in Berührung. Seine Begeisterung ist im Laufe seines erlebnisreichen Lebens beständig gewachsen und auch mit 70 Jahren ist „Sinjoro Esperanto“ vielfältig und hoch engagiert.

Es gibt vieles, was ihn an Esperanto fasziniert: Die Plansprache, die der polnische Augenarzt Dr. Ludwig L. Zamenhof vor mehr als 130 Jahren gegründet hat, ist dank ihres konsequenten, logischen Aufbaus und ihrer einfachen Grammatik, von der es keine Ausnahmen gibt, deutlich einfacher zu erlernen als alle übrigen Sprachen. „Hat jemand das Prinzip verstanden, kann er aus einem einzigen Wortstamm gleich eine ganze Vielzahl an Worten ableiten“, beschreibt der examinierte Esperantist, der selbst seit vielen Jahren Esperanto unterrichtet.

Dass Esperanto alle Völker und Kulturen verbindet, hat er auf zahllosen nationalen und internationalen Veranstaltungen bis hin zu den Weltkongressen mit vielen Tausend Teilnehmern immer wieder erlebt. Letztlich hat das Esperanto sein eigenes Leben auf vielfältige Art geprägt.



Seine erste Begegnung damit war ein Artikel für die Schülerzeitung, in dem er ein Interview mit dem damaligen Esperanto-Generalsekretär des Weltverbands, seinem langjährigen Lehrer Günther Becker, führte. 1969 begann er, die Sprache an der VHS in Homburg zu lernen, 1970 gründete er den Esperanto-Klub Zweibrücken.

Die Begegnung mit dem Österreichischen Bundeskanzler Franz Jonas bei seinem ersten Weltkongress als 21-Jähriger in Wien war das erste von einer Fülle nachhaltiger Erlebnisse. Stundenlang könnte Oliver Walz davon berichten. Beim Weltkongress in London lernte er 1971 nicht nur den hoch gebildeten damaligen Esperanto-Weltpräsidenten Ivo Lapenna kennen und schätzen, sondern auch die junge Japanerin Takajo Muraishi, mit der er seit 45 Jahren glücklich verheiratet ist.

Oft unterhält sich das Ehepaar auf Esperanto, hört Esperanto-Musik und informiert sich über Radio-Mozaiko auf Esperanto über Kulturelles und Interessantes aus aller Welt. Auch seine berufliche Karriere verdankt der langjährige Aus- und Weiterbilder eines amerikanischen Weltkonzerns letztlich seiner reisefreudigen Internationalität als interkultureller Weltbürger.

Ohne missionarisch zu agieren, möchte er möglichst viele Menschen von den Möglichkeiten des Esperanto begeistern. So beteiligt sich der Zweibrücker Club regelmäßig am Fest der Begegnung, am Lernfest in Saarbrücken, präsentiert sich am Tag der Vereine, bereichert die Mehrgenerationen-Akademie um Sprachkurse und Veranstaltungen.

„Wir werben weltweit für Zweibrücken“, betont Oliver Walz das Engagement für seine Heimatstadt. So wurde der Drei-Länder-Kongress an der Hochschule Zweibrücken 2018 weltweit im Internet übertragen und in etlichen Medien gewürdigt.

Viel Energie investieren Oliver Walz und seine Frau auch in den Aufbau des von ihm und dem verstorbenen Günther Becker gegründeten Becker-Meisberger-Instituts in Blieskastel als Studienzentrum für Interlinguistik und Esperantologie. Doch auch für Zweibrücken hat der rege Ehrenamtler Visionen. Er freut sich: „Wir haben eine junge, engagierte Truppe im Esperanto-Klub und treffen bei der Stadt auf gute Unterstützung.“

Esperanto-Kurs für Anfänger mit Vorkenntnissen (Teilnahme kostenlos): Mehrgenerationenhaus Zweibrücken, Maxstraße 7, donnerstags, 15 bis 16.30 Uhr. Esperanto-Kurs für Anfänger ohne Vorkenntnisse (Teilnahme kostenlos): Mehrgenerationenhaus, dienstags von 15 bis 16.30 Uhr.