| 23:53 Uhr

Den Bächen auf der Spur
Erste Zweibrücker Wasserwanderung

Die Teilnehmer an der ersten Wasserwanderung von Miriam Krumbach und Lotta Delle (in gelb) hatten viel Spaß.
Die Teilnehmer an der ersten Wasserwanderung von Miriam Krumbach und Lotta Delle (in gelb) hatten viel Spaß. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Teilnehmer erforschen die Bäche der Rosenstadt. Von Cordula von Waldow

Welche Schätze der Natur birgt das Wasser rund um Zweibrücken? Die erste Erlebnisführung zum Thema Wasser am Samstag lieferte erstaunliche Erkenntnisse. Den Beteiligten machte es dabei gar nichts aus, dass nur drei Wissbegierige das neue Angebot des Zweibrücker Kulturamtes annahmen und sich von den Wander- und Erlebnis-Führerinnen Miriam Krumbach und Lotta Delle in die Geheimnisse der heimischen Wasserwelt einweihen ließen.

Start war bei herrlichstem Herbstwetter an der Schwarzbach-Treppe am Rathaus. Die dort eingeritzten Fischarten von der Barbe bis zum Neunauge tummeln sich auch hier in den heimischen Gewässern und werden zum Teil geangelt. „Hier gibt es auch Krebse“, informierte Miriam Krumbach. Sie zeigte Bilder der zum Teil farbenfrohen Fische, die die Teilnehmer denen auf den Treppenstufen zuordneten. An der Tafel in der Allee am Landgestüt erklärte sie die Route für die Erlebnisführung: Durch die Allee zur Schließ mit ihrer Fischtreppe und entlang des renaturierten Bleicherbachs, vorbei am Wasserspielplatz und der Insel zurück zum Ausgangspunkt.

Doris Rivinius aus Einöd war länger nicht in Zweibrücken gewesen und hatte die Anlage der „Stadt am Wasser“ noch gar nicht gesehen. „Ich interessiere mich sehr für die Natur“, begründete sie ihre Entscheidung, an der neuen Erlebnisführung teilzunehmen. Gespannt freute sie sich auf neues Wissen und das schöne Erlebnis in der Gruppe.



Diese entdeckte nach der Erklärung von Miriam Krumbach die eigens angelegten Steinhaufen oder Holzbündel in den Bächen. Sie dienen Fischen als Laichablage und auch als Schutz vor Fressfeinden.

Das größte Erstaunen gab es jedoch an der Fischtreppe. Die hatten sich alle tatsächlich stufenförmig vorgestellt. Lotta Delle, von Beruf Ingenieurin, zeigte jedoch, dass diese mit Ausgangsöffnungen zur nächsten Ebene an den jeweils gegenüberliegenden Seiten langsam über Schrägen ansteigen. „Eigentlich klar: Fische können nicht springen“, erinnerten sich die Teilnehmer, die sich über den Verlauf der Fischtreppe noch nie Gedanken gemacht hatten. Auch, dass eine in den Schwarzbach geworfene Plastikflasche über den Wasserweg durch Blies, Saar, Mosel und Rhein schließlich in die Nordsee gelangen kann, machte die Notwendigkeit des Naturschutzes noch einmal bewusst.

Am Bleicherbach begeisterten neben den zahlreichen Wasservögeln die von Anliegern liebevoll gestalteten Uferstellen. An den Steinblöcken, die den kleinen Exe mit der Insel verbinden, wurden die Teilnehmer selbst aktiv. Mit einem großen Sieb fischten sie im Wasser. „Ich habe schon befürchtet, dass wir nichts finden. Das liegt einfach an der Jahreszeit“, erklärte Miriam Krumbach, die auch beim Naturschutzbund aktiv ist. Bei der nächsten Führung im Mai 2019 werde das ganz anders sein.

Klaus Noller, aus dem Großraum Stuttgart und zu Besuch in Zweibrücken, war beeindruckt von der hohen Lebensqualität, die die Stadt mit ihrer grünen Lunge, Landgestüt, Rennwiese, Rosengarten, Allee und den Bächen biete. Er sagte: „Schön, dass einem das auch so nahe gebracht wird.“