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Feierabend XL
Entspannt in den Feierabend

 Die Band Tony Dancer and the Negative Nancies sorgte mit Oldies für gute Stimmung in der Poststraße.
Die Band Tony Dancer and the Negative Nancies sorgte mit Oldies für gute Stimmung in der Poststraße. FOTO: sedi / Sebastian Dingler
Zweibrücken. „Tony Dancer and the Negative Nancies“ versüßten den Zweibrückern am Freitag den Start ins Wochenende. Von Sebastian Dingler

Schon zum sechsten Mal läuft in Zweibrücken die schöne Konzertreihe mit dem noch besseren Titel „Feierabend“. Dieses Jahr hat sie sogar noch den Zusatz XL bekommen, denn außer den Konzerten fanden ja schon zwei Kinoabende am Herzogplatz statt. Der musikalische Feierabend begann letzten Freitag in der Poststraße. Das Café Pastis hatte die Band Tony Dancer and the Negative Nancies verpflichtet, die ihre eigenwilligen Coverversionen von 60er- und 70er-Jahre-Hits spielte. Wer allerdings ins Pastis marschierte, weil das ja so schön fett und gelb gedruckt auf dem Plakat stand, hatte den eigentlichen Ort übersehen: Das Ganze fand in der Poststraße statt.

Dort sorgte ein Bier- und ein Imbissstand fürs kulinarische Wohl. Doch auch die Gäste vom Paramount und vom Eiscafé La Perla bekamen noch genug von der Musik mit, um Teil der Feierabend-Veranstaltung zu sein. Bestimmt waren es 150 Leute, die sich da in der Fußgängerzone eingefunden hatten und im Laufe des Konzerts immer näher an die Bühne rückten. Denn das sympathische Quartett spielte einfach schöne Nummern aus der Hippiezeit wie „Hey Joe“, „On the Road Again“, „Gimme Shelter“ oder „Be My Little Baby“. Auch wenn sie zu dieser Zeit noch gar nicht geboren waren, sieht man Sängerin Annabelle Kopp und ihrem Freund David Mantei (Gesang und Gitarre) die Verbundenheit zu dieser Ära problemlos an. Da wallen die langen Haare wie einst 1967 im Summer of Love. Ein Problem ist nur, dass Kopp mittlerweile in Berlin wohnt. „Wir besuchen uns so oft wie möglich“, erzählte Mantei, es sei nur eben schwierig, die Sängerin für Auftritte herzukriegen und proben müsse man eben oft ohne sie. Aber dass die Band auch als Trio funktionieren kann, zeigten die vielen von Mantei gesungenen Titel.

Überhaupt verfügt die Gruppe über ein gewaltiges Repertoire von 150 Songs. Größte musikalische Ausreißer darin sind die Heavy Metal-Nummern wie „Ace of Spades“ von Motörhead oder „Run to the Hills“ von Iron Maiden. Wenn es gewünscht ist, könne die Band sogar mit Jazz-Standards aufwarten, dann wechsele der Gitarrist ans Piano. Doch das war bei der Feierabendmusik nicht gefragt. Nach Jazz hätte wohl auch der Kontrabass ausgesehen, den Nicolas Perrault normalerweise spielt – doch da der große Bassist einen entsprechend hohen Standbass braucht, reichte der Abstand zur Bühnendecke schlichtweg nicht aus. So musste eben der sechssaitige E-Bass herhalten, den Perrault mit all seiner Routine bediente. Ganz minimalistisch war dagegen das Schlagzeug-Set von Tim Holzer, der mit einer Cajon als Bassdrum, Snare, Hihat und einem Becken auskam. Das reichte völlig aus, um die rhythmische Grundlage für die bekannten Oldie-Songs zu geben. Und so sorgten Tony Dancer and the Negative Nancies bis um 22 Uhr für gute Stimmung und ein gelungenes Feierabendkonzert in der Fußgängerzone.