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Zweibrücken
Endlich ein Dach über dem Kopf

 Blick in die Galerie der neuen Sporthalle in der Niederauerbach-Kaserne.
Blick in die Galerie der neuen Sporthalle in der Niederauerbach-Kaserne. FOTO: Jennifer Klein
Zweibrücken. Die Soldaten der Niederauerbach-Kaserne haben nach zehn Jahren der provisorischen Lösungen wieder eine eigeneSporthalle. Von Jennifer Klein

(jen) Geduld gehört zu den Tugenden, die man bei der Bundeswehr mitbringen muss. Talent zum Klinkenputzen und zum Bohren dicker Bretter schadet auch nicht. Das beweist der Blick auf die Geschichte der neuen Sporthalle in der Niederauerbach-Kaserne Zweibrücken. Rund zehn Jahre dauerte die Geduldsprobe, doch nun konnte man Vollzug melden: Am Dienstag wurde die neue Halle offiziell präsentiert.

Bei dieser langen Vorgeschichte sei es ihm denn doch ein Bedürfnis gewesen, so Oberstleutnant Markus Meyer, Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 26, das Gebäude nicht einfach sang- und klanglos in Dienst zu stellen, sondern in einem etwas offizielleren Rahmen zu würdigen. Zudem dankte er ausdrücklich allen, die an dem Projekt beteiligt waren.

Aus dem Jahr 2009 datieren die ersten Pläne zum Neubau der Sporthalle in der Niederauerbach-Kaserne, berichtete Hans-Helmut Lenzen, Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Zweibrücken. Nachdem klar war, dass es zu unwirtschaftlich sein würde, die alte, zweigeschossige Halle zu sanieren – auch wegen erhöhter Schadstoffbelastung –, fiel die Entscheidung für einen Neubau. Die Kasernengebäude stammen aus den 1930er Jahren, stehen unter Denkmal- und Ensembleschutz, was für Bauprojekte einiges an Auflagen mit sich bringt. Die Hanglage und der relativ nasse Untergrund mussten berücksichtigt werden. Nach den ersten Planungen folgte im Lauf der Jahre ein wechselvolles Auf und Ab.



Gerade in den Wintermonaten blieb den Fallschirmjägern während dieser Zeit nichts anderes übrig, als trotz Matsch, Schnee und gefrorener Böden weiterhin draußen zu trainieren. Wo es möglich war, sei man zwar auf die städtischen Sporthallen ausgewichen, „doch die Kapazitäten, die benötigt wurden, konnten wir auch nicht zur Verfügung stellen“, so OB Marold Wosnitza. Er betonte die Verbundenheit der Stadt Zweibrücken zum Bundeswehrstandort, „die Investition in die Halle ist auch ein Zeichen dafür, dass hier Standortsicherung betrieben wird“.

Zugleich ist der Neubau und die Investition auch Anerkennung und ein Zeichen des Respekts für die Leistung der Fallschirmjäger. Derzeit sind noch rund 70 Mitglieder des Fallschirmjägerregiments 26 im Einsatz im Irak, sie werden gegen Ende Juni, Anfang Juli zurück erwartet, so Kommandeur Meyer. Die Einsätze in Mali/Westafrika und in Afghanistan sind abgeschlossen. In die neue Sporthalle wurden rund 4,6 Millionen Euro investiert, rund 400 000 Euro kostete der Abriss der alten Halle. Herzstück des Gebäudes ist die rund 970 Quadratmeter große Sporthalle mit Galerie, dazu kommen zwei Fitness- und Konditionsräume, Umkleiden und Sanitätsräume.

Dem nächsten Abschnitt des Sanierungs- und Modernisierungsprogramms sieht man einigermaßen gelassen entgegen: Bis die neue Küche fertig ist, wird es wohl bis 2026 dauern, so Hans-Helmut Lenzen. In diesem Herbst soll es losgehen, bis der Umbau fertig ist, wird eine Containerküche aufgebaut, „die ist jedoch voll funktionsfähig“, betont Meyer – schließlich müssen am Standort rund 1100 Soldaten verköstigt werden. Und es gibt noch einige weitere offene Baustellen: zum Beispiel ein Übungsturm zum Abseilen und ein Andachtsraum.