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Klinik-Schließung
Ende des Evangelischen Krankenhauses beschert LVIM 9 Millionen Euro Jahresverlust

 Das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken (Ende September 2016 geschlossen) hatte den LVIM finanziell an den Abgrund gebracht.
Das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken (Ende September 2016 geschlossen) hatte den LVIM finanziell an den Abgrund gebracht. FOTO: Martin Wittenmeier
Bad Dürkheim/Zweibrücken. Landesverein für Innere Mission macht Jahresergebnis 2016 öffentlich und beschließt Fusion mit den Diakonissen Speyer-Mannheim.

Die Mitgliederversammlung des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz (LVIM) hat sich am Mittwochnachmittag einstimmig für das Zusammengehen mit den Diakonissen Speyer-Mannheim auf Basis der im September abgeschlossenen gemeinsamen Absichtserklärung ausgesprochen. Gleichzeitig erteilte sie dem Vorstand das Mandat, die erforderlichen Verträge vorzubereiten und abzuschließen. Als nächster Schritt ist nun ein Vereinigungsvertrag auszufertigen. Dieser Vertrag soll in den nächsten Monaten unterzeichnet und bis spätestens Ende 2018 rechtswirksam vollzogen werden, wie der LVIM am Abend mitteilt.

Die Absichtserklärung sieht zwar die Fortführung aller jetzigen Aktivitäten und Erhalt aller Arbeitsplätzhe vor, ansonsten werden vom LVIM aber keine sichtbaren Spuren mehr bleiben: Der künftige Markenname des fusionierten Unternehmens lautet „Diakonissen Speyer“, der juristische Name „Evangelische Diakonissenanstalt Speyer-Mannheim-Bad Dürkheim K.d.ö.R.“ (wir berichteten).

Hintergrund des Endes des LVIM sind die hohen Verluste seines Ende September 2016 geschlossenen Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken (EvK). Dieses hatte dem LVIM bereits 2015 einen Jahresdefizit von 4,3 Millionen Euro beschert. Der gestern von der Mitgliederversammlung entgegengenommene Abschluss für 2016 ist noch dramatischer: Hauptursache sei „die Schließung des Krankenhausbetriebs am Standort Zweibrücken“, schreibt der LVIM in der Pressemitteilung. Allein rund sieben Millionen Euro dieses Verlusts gingen „auf Restrukturierungsmaßnahmen unter Berücksichtigung beziehungsweise Gegenrechnung der bewilligten Fördermittel aus dem Krankenhaus-Strukturfonds zurück“. Dazu zählten „auch nachlaufende Risiken und Belastungen, beispielsweise Kosten für die weitere notwendige Offenhaltung des Krankenhausgebäudes am Himmelsberg in Zweibrücken“ für die jetzigen Mieter, darunter eine Abteilung des katholischen Nardini-Klinikums, „sowie Abschreibungen“. Zudem habe „auch die rückläufige Leistungsentwicklung des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken bis zum Schließungszeitpunkt das Ergebnis belastet“. Der LVIM betont: „Die Belastungen aus der Niederlegung des Krankenhausbetriebs Zweibrücken übersteigen die gewährte Förderung deutlich.“



Die Mitgliederversammlung bekam aber auch eine finanziell erfreuliche Nachricht – die Restrukturierung sei erfolgreich, „die „wirtschaftliche Talsohle des LVIM überwunden“. Dies zeige die positive Geschäftsentwicklung des laufenden Geschäftsjahres 2017. So liege das zum dritten Quartal aufgelaufene Ergebnis mit rund 800 000 Euro wieder im Plus. Die Planerwartungen seien sogar übertroffen worden. Für das Gesamtjahr 2017 werde daher mit einem positiven Ergebnis gerechnet.

„Der LVIM verfügt über eine solide Eigenkapitalausstattung, Finanzierungsmittel sind in ausreichendem Umfang vorhanden“, erläutert Vorstand Rainer Doll die Geschäftsentwicklung. „Die Restrukturierung des diakonischen Trägers verläuft erfolgreich.“

„Die positive und stabile Ergebnisentwicklung 2017 stellt eine tragfähige Basis für die Weiterführung der Aktivitäten des Landesvereins nach dem Zusammengehen mit den Diakonissen Speyer-Mannheim dar“, bewertet Doll die aktuelle Situation. „Die Mitarbeitenden haben durch ihr anhaltendes Engagement einen wichtigen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung geleistet.“

(lf/red)