| 22:07 Uhr

Unsere Woche (Kommentar)
Einzelhandel: Stadtrat drückt sich

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Lutz Fröhlich

Der Verkauf innenstadtrelevanter Waren in Märkten auf der Grünen Wiese schadet der Fußgängerzone und sollte deshalb streng begrenzt und kontrolliert werden, um eine lebendige City zu erhalten, in der man gerne flaniert, einkauft, isst, trinkt und wohnt. Davon bin ich überzeugt. Viele sehen das anders: Sie wollen den Verbrauchern die Entscheidung überlassen, wo sie einkaufen, und freuen sich über jeden Neu- und Ausbau; manche nehmen dafür auch Ladenschließungen in der City in Kauf, manche sehen die City sogar belebt, weil Märkte auf der Grünen Wiese überhaupt mehr Leute nach Zweibrücken lockten. Für beide Sichtweisen gibt es gute Argumente. Über die lohnt es sich zu streiten,
sorgfältig abzuwägen. Denn es geht um eine gute Zukunft unserer Stadt. Da stimmt sicher auch jeder Stadtrat zu. Bloß: Warum drückt sich der Rat dann vor einer eigenen Positionierung? Nur ansatzweise kam in den jüngsten Sitzungen eine Debatte darüber auf, ob und wenn ja in welchem Ausmaß dem Globus-Baumarkt und Möbel Martin neben dem Kern- auch ein Randsortimente-Ausbau erlaubt werden soll. In den Bebauungsplanentwürfen stehen nun zehn Prozent Randsortimente – netto also mehr als bisher. Das könne sich ja auch durch die Raumordnungsverfahren noch ändern, ließen sich Räte beruhigen, die gerne eine niedrigere oder höhere Zahl hätten. Ändern lässt die sich aber nur, wenn es Einwände von Verfahrensbeteiligten gibt, also etwa Nachbarstädten. Ich finde: Die Zweibrücker Räte sollten sich die Entwicklung ihrer Stadt nicht von Nachbarn aus der Hand nehmen lassen – sondern selbst entscheiden, was sie wollen!