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Streit um Erweiterung von Globus-Baumarkt in Zweibrücken
Händler-Chef Michel kritisiert Globus-Drohung

 Der Zweibrücker Globus darf zwar insgesamt so viel wachsen, wie beantragt – zum Leidwesen von Globus aber nicht im Getränkebereich.
Der Zweibrücker Globus darf zwar insgesamt so viel wachsen, wie beantragt – zum Leidwesen von Globus aber nicht im Getränkebereich. FOTO: eck
Zweibrücken. Die Zukunft des Globus-Baumarkts kann nicht wie behauptet in Gefahr geraten, nur weil bei der Erweiterung der Getränkebereich nicht mitwachsen darf, warnt Gemeinsamhandel-Vorsitzender Andreas Michel die Politik, das Drücken auf die Tränendrüse ernstzunehmen. Von Lutz Fröhlich
Lutz Fröhlich

Redakteur und Lokalreporter Zweibrücken

„Langfristig betrachtet steht die Existenz des Marktes auf dem Spiel“, wenn der Zweibrücker Globus-Baumarkt seine Getränke-Verkaufsfläche nciht erweitern darf. Diese Warnung einer Globus-Sprecherin im Merkur sorgt bei Andreas Michel, Vorsitzender der Händlervereinigung „Gemeinsamhandel Zweibrücken“, für ungläubiges Erstaunen.

„Ich musste mir die Tempo-Box holen und habe mir die Tränen abgewischt“, sagt Michel mit ironischem Unterton. Und fordert Globus auf, statt auf die Tränendrüse zu drücken: „die Bagger holen und Gas geben“. Schließlich habe die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD Süd) nach raumordnerischer Prüfung fast alle Globus-Wünsche erfüllt: Der Baumarkt darf wie beantragt von 17 700 auf 19 500 Quadratmeter Verkaufsfläche, wachsen, und sogar das zentrenrelevante Sortiment darf ebenfalls um zehn Prozent mitwachsen. Da könne doch die Existenz des nach eigenen Angaben umsatzstärksten aller 91 Globus-Baumärkt nicht in Gefahr geraten, bloß weil die SGD das von Globus gewünschte Wachstum des Getränkebereichs von 800 auf 1000 Quadratmeter untersagt hat, meint Michel: „Ich bin selbst Unternehmer – 200 Quadratmeter mehr oder weniger lassen einen so großen Baumarkt doch nicht scheitern!“

Zumal auch 800 Quadratmeter schon sehr viel seien, verdeutlicht Michel: „Selbst der große Getränkebereich bei Edeka-Ernst hat ,nur’ 350 Quadratmeter.



Michel betonte, er habe „grundsätzlich Verständnis für die Erweiterung“ des Globus-Baumarkts, wundere sich auch über die lange Dauer des Genehmigungsverfahrens und könne als Geschäftsmann nachvollziehen, dass man für sein Unternehmen das Bestmögliche herauszuholen versuche. Und es sei „auch schön, wenn Globus Oberbürgermeister Wosnitza mit nach Neustadt“ zum Nachverhandeln nehme, der OB solle sich von Globus „aber nicht auf den Schoß nehmen“ lassen. Zumal die tatsächliche Verkaufsfläche innenstadtrelevanter Sortimente in dem Baumarkt schon heute größer als offiziell angegeben ist, vermutet Michel: „In den Gängen auch im Baumarktbereich stehen immer wieder Aktionswaren. Neulich habe ich da zum Beispiel Getränke bei den Weber-Grills stehen sehen. Das kontrolliert keiner.“ Er wolle diesbezüglich zwar „den Ball flach halten, das ist schon okay, ich weiß, dass das andere auch machen“ – man solle dies in der Diskussion um die Vergrößerung aber auch berücksichtigen.

Dass der Getränkebereichs-Ausbau für den Globus-Baumarkt nicht wirklich existenziell wichtig ist, sieht Michel auch dadurch bestätigt, dass Globus noch ein Jahr vorher bei einem Pressgespräch betont hatte, bei der angestrebten Erweiterung des Zweibrücker Markts gehe es vor allem darum, mehr Platz für eine übersichtlichere und modernere Waren-Präsentation zu schaffen. Von der Getränkeabteilung war damals nur am Rande die Rede.

Wer wirklich um die Zukunft kämpfen müsse, seien die Innenstädte, betont Michel. „Und da werden wir auch die Politik daran erinnern, was wir besprochen haben“, sowohl das noch existierende Einzelhandelskonzept müssten eingehalten werden, um faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Geschäften in der Innenstadt und auf der Grünen Wiese zu ermöglichen. Nach Merkur-Informationen sieht auch das neue Konzept vor, Getränke als zentrenrelevant einzustufen.

 Andreas Michel, Vorsitzender von Gemeinsamhandel Zweibrücken.
Andreas Michel, Vorsitzender von Gemeinsamhandel Zweibrücken. FOTO: Lutz Fröhlich