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Serie Angekommen
Foad Fars hofft auf Studienplatz

Der 23-jährige Foad Fars hat sich in Zweibrücken als Malergehilfe weitergebildet, hofft aber auf einen Studienplatz. Er arbeitet auch im Patennetz des Integrationsbeirats mit.
Der 23-jährige Foad Fars hat sich in Zweibrücken als Malergehilfe weitergebildet, hofft aber auf einen Studienplatz. Er arbeitet auch im Patennetz des Integrationsbeirats mit. FOTO: Ruth Reimertshofer
Zweibrücken. Der 23-jährige Syrer ist seit 2015 in Deutschland. Sein Bruder starb im Bombenhagel. Von Ruth Reimertshofer

„Endlich Ausbildung!“, so hieß es zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. August bei einigen in Zweibrücken lebenden Flüchtlingen, die eine qualifizierte Ausbildung beginnen können. So auch bei Foad Fars. Monatelang hatte er Dutzende Bewerbungen geschrieben und sich immer wieder um einen Ausbildungsplatz bemüht, allerdings erfolglos. Dann kam der Anruf von der Leitung des Zweibrücker AWO-Altenheims. „Ich habe mich wirklich sehr bemüht“, sagt er zwischen Resignation und Hoffnung, „jetzt scheint es endlich zu klappen, obwohl es noch Hindernisse zu überwinden gibt!“

Der heute 23-jährige Syrer wurde 2015 Bechhofen zugewiesen, bekam innerhalb kurzer Zeit eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis als Flüchtling des in Syrien immer noch wütenden Bürgerkriegs zugesprochen. 2016 Umzug nach Zweibrücken, erster Sprachkurs im Internationalen Bund (IB), Integrationskurs der VHS mit sehr erfolgreichem Abschluss B 1, B 2-Kurs in Saarbrücken, 8-monatige berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme im IB als Malergehilfe, bis er über eine Zweibrücker Leiharbeiterfirma einen Job in einer Fabrik annahm. „Die Arbeit war eine Notlösung, denn ich wollte nicht zu Hause rumsitzen, aber eigentlich wollte ich studieren, habe auch erfolgreich die TestAS-Prüfung, eine Kompetenzfeststellung zur Unireife absolviert, doch auch dies half nicht weiter“. Vor wenigen Wochen legte Foad Fars noch die Aufnahmeprüfung beim Studienkolleg der Hochschule Kaiserslautern ab, das Ergebnis steht noch aus.

Foad Fars leistet ehrenamtliche Hilfe bei allen möglichen Gelegenheiten wo und wann immer er kann, bei den Sprechstunden des Patennetzes des Beirats für Migration und Integration wie im Freundeskreis, er übersetzt, ist freundlich, höflich, zuverlässig und doch hatte es bisher nicht für seine Träume gereicht. Im Bombenhagel des syrischen Diktators wurde sein Bruder getötet und die eigene Rettung hieß damals Flucht in den Libanon, wo er als Helfer in einem Altenheim tätig war. „Im Chaos der Flucht aus Syrien konnte ich mein Abiturzeugnis nicht mitnehmen und dies ist derzeit die größte Hürde für meinen Berufsweg, für das Studium und sogar für die Berufsschule!“



„Seit ich hier bin, habe ich bereits kiloweise behördliche Schreiben gesammelt und Dutzende Anträge gestellt. Oft wird man von einem Amt zum nächsten geschickt und wieder zurück. Die zu gehenden Wege sind oft unklar und man dreht sich im Kreis“. Foad Fars kommt aus Daraa, der Stadt in Syrien im Südwesten des Landes, in der 2011 der Aufstand gegen das Regime begann. „Es ging uns um Freiheit und Demokratie und dies führte in den grausamen Krieg mit mehr als einer Million getöteter Menschen, der immer noch andauert!“ Foads Vater lebt im Libanon, die Mutter und zwei Geschwister in Syrien. „Vor kurzem wurde unsere Stadt wieder bombardiert, viele wurden getötet, auch vier meiner Cousinen. Ich konnte nächtelang nicht schlafen aus Angst um meine Familie. Ich hoffe, dass meine Ausbildung zum Altenpfleger mir endlich eine Lebensperspektive geben kann. Ich gebe mein Bestes!“