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Wachwechsel an der Spitze
„Eine starke Sparkasse bleiben“

Peter Kuntz.
Peter Kuntz. FOTO: Sparkasse Südwestpfalz / Harald Sell
Südwestpfalz. Südwestpfalz: Peter Kuntz wird ab 1. Juli neuer Vorstandsvorsitzender. Von Guido Glöckner

Peter Kuntz wird ab 1. Juli der neue Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südwestpfalz. Am Donnerstag hat der Verwaltungsrat des Kreditinstituts den 57-Jährigen aus Hermersberg zum neuen Sparkassenchef bestellt, informierte dessen Vorsitzende, Landrätin Susanne Ganster. Im Juni muss die Versammlung des Zweckverbandes als Sparkassenträger diese Entscheidung noch bestätigen.

„Wir haben die Weichen für die Zukunft gestellt“, erklärte die Landrätin am Donnerstag nach einer mehrstündigen Verwaltungsratssitzung. Am 30. Juni scheidet der jetzige Vorstandsvorsitzende Rolf E. Klein aus, wechselt mit 65 Jahren in den Ruhestand. Im Februar hatte der Verwaltungsrat eine erste Entscheidung gefällt, indem er die Verkleinerung der bisher dreiköpfigen Sparkassenführung auf zwei Vorstandsmitglieder beschloss. Ein Zeichen auch an die Kunden, so Susanne Ganster, dass die Veränderungen in der Bankenlandschaft auch vor der Führungsebene nicht Halt machen. Die beiden verbleibenden Vorstandsmitglieder Peter Kuntz und Jürgen Keiper waren aufgefordert, sich in einem mehrstufigen Verfahren um den Vorstandsvorsitz zu bewerben. Durchgesetzt hat sich Peter Kuntz, der seit knapp sieben Jahren dem Sparkassenvorstand angehört. Für ihn schließt sich mit der Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden quasi der Kreis: Denn der gebürtige Hornbacher begann nach dem Abitur seine Banklaufbahn mit einer Ausbildung bei der damaligen Zweibrücker Stadtsparkasse, die in der heutigen Sparkasse Südwestpfalz aufgegangen ist. Kuntz wechselte 1985 zur BfG-Bank, sieben Jahre später wurde er Leiter der Pirmasenser Commerzbankfiliale. Bevor er in den Vorstand der Sparkasse Südwestpfalz wechselte, war er von 2005 an für sechs Jahre Bereichsleiter bei der Baden-Württembergischen Bank in Stuttgart.

Der 57-Jährige, der in Hermersberg mit seiner Frau wohnt und Vater einer erwachsenen Tochter ist, machte am Donnerstag deutlich, dass diese berufliche Entwicklung auch ein Teil seiner Freude über seine Bestellung ausmacht: „Wenn man in der Region aufwächst, als Auszubildender in der Sparkasse ist und nun Vorstandsvorsitzender wird, da freut man sich.“ Geht es um die Zukunft der Sparkasse, sieht Kuntz sein Kreditinstitut gut gerüstet: „Wir haben eine gute Ausgangsposition, um Herausforderungen wie Digitalisierung, Bankenregulatorik, aber auch die demografischen Entwicklungen in der Region zu bewältigen.“ Gerade wenn es um die Südwestpfalz gehe, betonte der künftige Sparkassenchef, begreife er die Region auch als Chance. Sein Ziel: „Weiterhin die Sparkasse für die Region sein.“



Kuntz zur Seite steht Jürgen Keiper als zweites Vorstandsmitglied. Der 53-Jährige aus Rodalben gehört seit achteinhalb Jahren dem Sparkassenvorstand an. Keiper war nach seiner Ausbildung bei der Kreissparkasse Kaiserslautern dort bis 1993 in verschiedenen Bereichen tätig, bevor er als Verbandsprüfer zum Sparkassenverband Rheinland-Pfalz gewechselt ist.

Nachdem sich der Verwaltungsrat am Donnerstag auch mit dem – positiven – Prüfbericht über die Sparkassenbilanz 2017 beschäftigt hat, bekräftigte die Landrätin, dass das Kreditinstitut mit Sitz in Pirmasens auch im Vergleich zu anderen Sparkassen solide und stark aufgestellt ist: „Und wir wollen auch eine starke Sparkasse für die Region bleiben.“ Für die zweite Jahreshälfte kündigte Susanne Ganster eine Klausur des Verwaltungsrates und der Sparkassenführung an, um sich über die Zukunftsaufgaben auszutauschen.

Dazu gehöre auch die Frage, wie die Sparkasse ihre Kundennähe behalten kann vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Bankensektor. Änderungen am Filialnetz seien aktuell jedoch nicht geplant. Und auch die Personalpolitik der vergangenen Jahre werde fortgesetzt: Altersbedingt ausscheidende Mitarbeiter werden nicht ersetzt, an Kündigungen ist nicht gedacht. Momentan beschäftigt die Sparkasse 478 Mitarbeiter.