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Zweibrücker Neujahrskonzert
Eine Reise in den Orient

Neujahrskonzert der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz 2018. „Märchen aus dem Orient“ unter der Leitung von Dirigent Alexander Rumpf.
Neujahrskonzert der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz 2018. „Märchen aus dem Orient“ unter der Leitung von Dirigent Alexander Rumpf. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Beim Neujahrskonzert am Sonntag in der Zweibrücker Festhalle begeisterte die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Werken von Johann Strauß.

Mit Märchen aus „Tausend und eine Nacht“ bezauberte am Sonntagabend die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in der Zweibrücker Festhalle ihr Publikum. Das Neujahrskonzert der Musiker war einmal mehr restlos ausverkauft. Die Besucher konnten sich über ein abwechslungsreiches Repertoire mit Werken von Johann Strauß freuen.

Los ging es mit der Ouvertüre aus „Indigo und die vierzig Räuber“. Damit habe Strauß seinen Ruf als Walzerkönig auf die Theaterwelt auszubauen versucht, wie Alexander Rumpf erklärte. Der aus Düsseldorf stammende Musikexperte führte nicht nur mit dem Taktstock durch den Abend, sondern hatte zu jedem Stück auch viele Informationen im Gepäck. Es folgte ein Solo des Bassisten Doheom Kim, der sich mit der Arie „Deh! Ti fema. Que numi furenti“ des Assur aus Gioaccino Rossis „Semiramide“ in die Herzen der Zuhörer sang. Der in Seoul geborene Sänger ist unter anderem dritter Preisträger beim Meistersinger Wettbewerb in Neustadt.Tosenden Applaus erhielten auch die beiden Sopranistinnen Angela Shin (zweiter Preis Meistersinger) und Seam You (erster Preis Meistersinger). Ausdrucksvoll sang Shin die Spiegelarie aus Jules Massnets „Thais“, in der es laut Rumpf um die „Wandlung von der Hure zur Heiligen “ geht. You brachte ihr Können mit „Un bel di vedremo“ aus Giacomo Puccinis „Madam Butterfly“ zu Gehör. Dazwischen sorgten die Musiker der Staatsphilharmonie mit Kompositionen von Johann Strauß immer wieder für Schwung. Neben dem Märchen aus dem Orient, dem Persischen Marsch spielten sie die Schnellpolka „Bajadere“ aus „Indigo“. Hier stellte der Dirigent allerdings die Frage, ob das Werk den darin vorkommenden Tempeltänzerinnen gerecht werde. Begeistert war das Publikum vor allem auch von der bekannten „Bacchanale“ aus „Samson et Dalila“, die Camille Saint Saaens komponiert hat.

Der Staatsphilharmonie gelang es, aus Bekanntem und weniger gehörtem die Besucher für sich zu gewinnen. Vor allem als es nach der Pause Walzerseeligkeit pur hieß, kam auch jeder im Saal so richtig auf seine Kosten. Die musikalische Reise führte diesmal über, den Balkan, die Türkei und den Orient bis ins fernöstliche Babylon.



Eines der bekanntesten und beliebtesten Werke von Strauß gab es erst zum Schluss. Mit dem „Radetzky-Marsch“ boten die Musiker nach gut zwei Stunden ein furioses Finale.
Zweibrückens Oberbürgermeister Kurt Pirmann, der zum sechsten Mal die Gäste zum Neujahrskonzert begrüßen durfte, nutzte die Gelegenheit für eine kleine Ansprache und bat um Verständnis für die Verkehrsbehinderungen in der Rosenstadt: „Wer an der Zukunft von morgen bauen will, der hat auch eine Baustelle.“ Der Rathauschef unterstrich einmal mehr die Lebensqualität in Zweibrücken, was sich auch mit Blick auf das Programm in der Festhalle widerspiegele.