| 20:31 Uhr

The Bohemians in Zweibrücken
Eine Hommage mit Soundproblemen

 The Bohemians lieferten eine stimmige Queen-Show, der schlechte Sound entsprach dem leider nicht.
The Bohemians lieferten eine stimmige Queen-Show, der schlechte Sound entsprach dem leider nicht. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Von Sebastian Dingler

Queen – was für eine unglaubliche Band war das nur! Angefangen vom charismatischen Sänger Freddie Mercury mit seiner unverwechselbarer Stimme über den Ausnahmegitarristen Brian May bis zu Schlagzeuger Roger Taylor, auch er ein guter Sänger und Songschreiber und, vielleicht am unscheinbarsten, Bassist John Deacon. Aber selbst letzterer hatte zwei der großen Hits zur Band-Erfolgsgeschichte beigetragen, „Another One Bites the Dust“ und „I Want to Break Free“.

So verschieden die Mitglieder, so verschieden gestaltete sich auch die Musik: Pompösen Glamour-Rock mit Bezug zur Oper gab es da ebenso wie Disco-Songs, Stadionrock oder Rock ’n’ Roll. Dabei scheuten sich die Kompositionen nicht vor bizarren Harmonie- und Tempowechseln sowie einem höchst komplizierten Chorgesang – um es kurz zu machen: So eine Band zu covern fordert musikalische Höchstleistungen ab.

Ob die Queen-Tribute-Band The Bohemians das fertigbrachte, darüber gingen die Meinungen am Ende des sehr gut besuchten Konzerts in der Festhalle auseinander. Alles steht und fällt bei so einem Vorhaben zunächst mit dem Sänger: Rob Comber schaffte die Freddie Mercury-Illusion etwa zu 90 Prozent. Stimmlich fehlte ihm das kleine entscheidende Quäntchen des Divenhaften und des Volumens des Queensängers. Dafür hatte er das Gepose des 1991 verstorbenen Mercury sehr gut drauf und trieb auch wie einst dieser die gleichen Späßchen mit dem Publikum: Erst ließ er es einfache Melodien nachsingen, dann steigerte er die Komplexität, bis die Menge einfach nicht mehr mitkam.



Brian May-Darsteller Christopher Gregory wiederum übertrieb es ein bisschen mit der Lockenperücke. Die erinnerte mehr an den Sonnenkönig Ludwig XIV. als an den Queen-Gitarristen. Aber sein Gitarrenspiel ließ nichts zu wünschen übrig. Auch die anderen beiden machten ihre Sache am Instrument gut – wobei Bassist Kevin Goodwin schwierig zu beurteilen war: Man hörte ihn mal kurz beim markanten Riff von „Under Pressure“, aber sonst kaum.

Überhaupt, der Sound war das große Problem an diesem Abend. Das Gebollere des Schlagzeugs brachte zwar die Festhalle zum Wackeln, nicht aber das Publikum. Goodwin hörte man wie gesagt kaum und auch die Gitarre Gregorys hätte bisweilen etwas präsenter sein dürfen. Insgesamt, vor allem bedingt durch das Schlagzeug, fuhr die Band eine Lautstärke auf, die dem gesetzteren Publikum in der Festhalle einfach nicht angemessen war.

Um noch den letzten negativen Punkt abzuhandeln: Die Chöre, ganz wichtig bei vielen Queen-Stücken, klangen nicht immer sauber. An den A cappella-Mittelteil von „Bohemian Rhapsody“ traute sich die Band nicht ran – aber den hatten selbst Queen bei ihren Livekonzerten vom Band kommen lassen. The Bohemians machen ihre Queen-Show jetzt schon seit über 30 Jahren – während die Originalband aufgrund von Mercurys frühem Tod nicht altern konnte, tut das ihr Imitat schon, manches wirkte da etwas angestrengt.

Dennoch, angesichts des schon angesprochenen Höchstleistungs-Repertoire machten die vier Engländer ihre Sache gut. „Note Zwei plus“ meinte hinterher etwa Karl-Heinz Scharfenberger aus Wiesbach, der aber auch bemängelte, es sei zu laut für die Festhalle gewesen. „In zehn Jahren dürften sie’s wohl nicht mehr machen, das war schon etwas grenzwertig“, meinte Katja Weber aus Wallhalben, während ihr Mann Alexander voll des Lobs für The Bohemians war: „Ich bin Queen-Fan, ich fand’s super, die waren authentisch.“ So sahen das auch Andrea Baumgärtl aus Kleinbundenbach und Ulrike Sattler aus Zweibrücken: „Wir haben die Originale nie gesehen, haben deshalb also keinen Vergleich. Aber wir fanden es super.“ Petra Lauterbach aus Walshausen stimmte da zu: „Es war fast wie’s Original. Der Sänger war verdammt nah dran an Freddie Mercury.“