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Kümmerin
Eine helfende Hand für alle Fälle

 Kümmerin Sandra Hervé.
Kümmerin Sandra Hervé. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Sandra Hervé unterstützt als „Kümmerin“ behinderte, ältere oder kranke Bürgern bei ihren alltäglichen Angelegenheiten. Von Nadine Lang

Wenn sich Menschen selbst nicht mehr um etwas kümmern können, ist es eine große Erleichterung, wenn eine andere Person behilflich ist. Solch eine Kümmerin ist Sandra Hervé. Die 44-Jährige aus Stambach arbeitet in der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land und hat vor mittlerweile zehn Jahren ihr Aufgabengebiet um diese Zusatzaufgabe erweitert. „Ich fahre raus zu den Menschen, zum Beispiel zu Älteren, Kranken oder Schwerstbehinderten. Also zu allen Menschen, die nicht mehr zu uns in die Verwaltung kommen können, um die Vorgänge zu bearbeiten, die sie bei uns zu erledigen hätten“, erklärt Sandra Hervé.

Dabei gehe es häufig um den neuen Personalausweis oder Schwerbehindertenausweis, für den eine eigenhändige Unterschrift nötig ist und eine Vollmacht für die Angehörigen nicht ausreicht. Manchmal besucht sie die Menschen auch im Seniorenheim oder sogar im Krankenhaus, solange sie ihren gemeldeten Wohnsitz im Bereich der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land haben. Oder allgemein in anderen Angelegenheiten auch dann, wenn keine Angehörigen da sind, die helfen könnten. Sandra Hervé ist dann aber weitaus mehr als nur die Dame, die die Unterschriften einholt und Anträge ausfüllt. Für Gespräche ein paar Minuten Zeit nehmen, sich den Fragen der Menschen annehmen, bei fremden Themen den kleinen Dienstweg nehmen, etwa indem sie Fragen in manchen Angelegenheiten schnell selbst abklärt, sich dafür mit Kollegen in Verbindung setzt und den Menschen Rückmeldung gibt, statt sie an viele Stellen weiterzuleiten – all das gehört für sie zu ihrer Aufgabe als Kümmerin.

Im Laufe der vielen Jahre wurde sie stets mit offenen Armen empfangen und ist nicht selten auch diejenige, die einfach mal zuhört. „Auch mal kurz über das Alltägliche sprechen – da sind die Menschen auch immer sehr dankbar, denn oft sind es ja ältere Menschen, die sonst niemanden oder wenige Menschen haben.“



Die Dankbarkeit der Menschen ist auch das, was ihr daran selbst so große Freude bereitet. „Ich bin froh, dass es so etwas gibt“, hört sie nahezu in jedem Haushalt und sie selbst sieht es genauso: „Wenn man weiß, man kann jemandem weiterhelfen, ist das einfach schön!“

Froh können die Anwohner der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land darüber auch tatsächlich sein, denn diese Verwaltung ist die einzige bekannte im Umkreis, die diesen Service anbietet, wie Sandra Hervé erklärt, zudem ist es ein kostenloser Service.

Zwei bis dreimal in der Woche fährt sie dafür im Schnitt raus, dafür hat sie vor zehn Jahren sogar ihre Arbeitszeit aufgestockt, nachdem Kurt Pirmann, der damals noch Bürgermeister der Verbandsgemeindeverwaltung war, mit dieser Idee auf sie zukam.

Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, kann montags bis freitags unter (0 63 32) 8 06 23 01 von 8.30 bis 12 Uhr einen Termin vereinbaren.