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Schuljubiläum
Eine echte 68er

Die Schüler der Grundschule Sechsmorgen bilden zum Jubiläum eine 50 auf dem Schulhof.
Die Schüler der Grundschule Sechsmorgen bilden zum Jubiläum eine 50 auf dem Schulhof. FOTO: Mario Facco
Zweibrücken. Die Grundschule Sechsmorgen feiert Jubiläum. Vor 50 Jahren bezogen die Kinder das Schulgebäude. Von Fritz Schäfer

Im Februar 1968 bezogen Kinder ohne große Feierlichkeiten das neue, moderne Schulgebäude Am Otterstein. Das 50-jährige Bestehen wird am Samstag, 24. Februar, unter anderem mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

In den Jahrzehnten ist das Gebäude ein Haus des Lernens und Lebens für junge Menschen geworden. Schulleiterin Sabine Gauf verspürt immer noch den „Charme und freundliche Atmosphäre“ des Gebäudes. Auch wenn sich in den fünf Jahrzehnten einiges getan hat.

So spielt aktuell auch in der Sechsmorgen Grundschule die Ausstattung mit digitalen Medien eine große Rolle. Die Schule schaffte 25 Laptops an und mit Hilfe eines Sponsorenlaufs erhielt ein zweiter Raum ein Smart Board. Ein weiterer Sponsorenlauf erbrachte nach Angaben der Schulleiterin fast 10 000 Euro. „Damit wird ein Spielplatz auf dem Schulgelände mitfinanziert.“ Im Frühjahr soll der Platz angelegt werden. Bewegung ist für Gauf ein wichtiges Merkmal der Schule. „Bewegte Schule – Gesund von Kopf bis Fuß“ lautet das pädagogische Profil der Schule. Dazu gehören neben den „bewegten Pausen“ viele Sportangebote wie der Schwimmunterricht der dritten Klassen oder Schlittschuhfahren sowie Kooperationen mit dem SVN Zweibrücken, dem Judoclub oder dem Tennisclub Weiß-Blau. Zum Profil passen nach den Worten der Schulleiterin auch das regelmäßig angebotene gesunde Frühstück, die Erziehung zur Nachhaltigkeit und der respektvolle Umgang mit der Umwelt. Auch die Erziehung zu demokratiefähigen Menschen beginne in der Grundschule. Ein Baustein ist die Installation einer „Streitschlichter-AG“.



Auch wenn die Sechsmorgenschule keine Ganztagsschule ist, bietet sie eine Ganztagsbetreuung bis 17 Uhr an. Dabei werden in der neuen Küche den Kindern mitgebrachtes Essen erwärmt, die Hausaufgaben betreut und Musik- oder Tanzangebote gemacht. Die neun Lehrerinnen und ein Lehrer betreuen und unterrichten in der zweizügigen Grundschule rund 140 Kinder.

Es begann mit der Wohnungsnot in den 1960er Jahren. Damals wurde entschieden, am Rande von Niederauerbach ein Wohngebiet als „Demonstrativprojekt Sechsmorgen“ anzulegen. Wie der Zeitzeuge Gerhard Leonhardt in einem Interview in der Festschrift sagt, habe es damals keinen Gegenwind gegen das Projekt gegeben. Der Bau einer in dem neuen Wohngebiet Schule sei nicht nur von Anfang an geplant gewesen. Die Schule seien wie der Kindergarten, die Kirche und Geschäfte „eine Voraussetzung“ gewesen. Sie sollten das Gebiet „möglichst abrunden“.

Der Grundstock des Baugebiets war ein sechs Morgen großer Acker. Auch wenn es am Ende etwa 72 Morgen waren, erhielt das Gebiet den Namen Sechsmorgen. Und zwei Jahre nach dem Bezug hieß die Schule ab1970 Grundschule Sechsmorgen. Für Sabine Gauf ist das ein „besonders emotionaler Moment“. Denn sie wuchs im Schatten der Schule in der John-F.-Kennedy-Straße auf und wurde 1972 dort eingeschult.