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| 23:26 Uhr

Musikalischer Tausendsassa
Ein Mann für viele Instrumente

Nico Heilmann beherrscht zehn Musikinstrumente, die er sich größtenteils selbst beigebracht hat.
Nico Heilmann beherrscht zehn Musikinstrumente, die er sich größtenteils selbst beigebracht hat. FOTO: cvw
Wattweiler. Nico Heilmann beherrscht gleich zehn Instrumente. Sein Herz schlägt für Jazz und Blues. Von Cordula von Waldow

Musik spielt im Leben von Nico Heilmann aktuell die Hauptrolle. Zumindest fast. In nur vier Jahren hat sich der 20-Jährige aus Wattweiler zehn Musik-Instrumente angeeignet – zumeist autodidaktisch, das heißt, ohne einen Lehrer. Neugier und die Freude am Musizieren, vor allem in den Bereichen Jazz und Blues, brachten den jungen Rettungssanitäter dazu, ein Instrument nach dem anderen zu erlernen und sein Können auch zu pflegen. Er spielt dabei Blasinstrumente wie Saxophon in zwei Stimmlagen und Trompete, Tasteninstrumente wie Klavier, Akkordeon und Orgel sowie die Saiteninstrumente Gitarre, zwei E-Bässe und Kontrabass.

Im Alter von sechs Jahren nahm er Klavierunterricht bei dem Zweibrücker Jürgen Leineweber. „Da habe ich auch Notenlesen gelernt und die Anfänge der Musiktheorie“, erinnert er sich. Nach zehn Jahren Musikpause brachte ihn Matthias Wolf, Bassist, Vollblutmusiker und Musiklehrer am Hofenfels-Gymnasium in Zweibrücken, zurück an die Tasten. Und an die Saiten, ebenso wie an die Blasinstrumente. „Ich bin ein Fan von Jazz und Blues“, sagt Nico Heilmann. Ursprünglich Zuhörer, trat er im Gymnasium der entsprechenden AG bei. Doch bald schon saß er am E-Piano, teils aus eigener Motivation, teils angeschoben von Matthias Wolf. Das war vor vier Jahren. Danach ging es Schlag auf Schlag. „Mich hat der Klang vom Saxophon begeistert“, erinnert sich Heilmann  Etwa zeitgleich zu seiner Schulband-Karriere trat er dem Wattweiler Chorprojekt Sing-For-Fun bei, in dem auch seine Mutter als Altistin aktiv ist. Für das irische Lied „Mull of Kintyre“ wurde statt des Pianos ein Akkordeon gebraucht. „Ich habe mir im Ort eines ausgeliehen. Das genießt bei mir noch heute liebevolle Aufnahme“, schmunzelt er. „Die Tastatur in der rechten Hand funktioniert, wie beim Klavier. Die Bässe in der linken Hand sind im Quintenzirkel angeordnet. Ganz einfach.“ Klavier oder E-Piano, Akkordeon und sogar Orgel trotz der Bässe in den Fußpedalen – die Tasteninstrumente hatte Heilmann schnell im Griff. Dann reizte ihn der Bass, den Matthias Wolf so virtuos spielt.

„Ich befasse mich immer zuerst intensiv mit der Theorie der Instrumente, wie sie funktionieren und wie sie zu spielen sind“, sagt er. Bei den Bässen, vom viersaitigen E-Bass als sein Einstiegs-Instrumente über den Fünf-Saiter und als Krönung den Kontrabass, bekam er Unterstützung und Proftipps von Matthias Wolf. „Der Bass legt das Fundament und hat auch seine Solo-Passagen im Jazz“, erklärt der junge Vollblutmusiker.

Wenn Sing-for-Fun in Gottesdiensten auftritt, übernimmt er auch mal die Liedbegleitung an der Orgel. Ansonsten konzentriert sich Nico Heilmann vollkommen auf Jazz und Blues, ergänzt mit den oft auch folkloristischen Liedern und Evergreens bei der Chorbegleitung. „Ich spiele nicht gerne nach Noten“, betont er. Blätter mit Akkorden und frei Interpretationsmöglichkeiten sind mehr nach seinem Geschmack.

„Jazz ist wie eine Unterhaltung zwischen den Instrumenten“, empfindet er. Seine Vorbilder sind alle großen Jazzmusiker dieser Welt. Nachdem mehrere Bands, in denen er mitwirkte, sich wieder auflösten, spielt er im Augenblick fest nur mit dem Wattweiler Chor. Als DRK-Rettungssanitäter und engagiert bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem Katastrophenschutz, kommt der junge Mann nicht mehr ganz so viel zum Üben. Instrumente wie die Bässe, die er über Kopfhörer laufen lassen kann, sind in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden an der Reihe. Ansonsten hält er sich an die „höflichen Probezeiten“. Heilmann: „Ich bin unseren Nachbarn sehr dankbar, dass sie auch meine Übungsphasen so gut tolerieren. Dabei geht es meist mehr um Technik als um Melodien, da spiele ich oft zigmal dasselbe hintereinander.“

Aktuell ist sein Bedarf an Instrumenten gedeckt. Dafür beginnt er jetzt, sich mit dem Thema Komponieren zu befassen, am liebsten Lieder auf Englisch. „Musik ist Emotion. Sie kann vieles Ausdrücken, was die Sprache nicht kann“, findet er. Es mache Spaß „mein Ding in Musik umzusetzen und zu vermitteln.“