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Ein Klein-PC für jeden Schüler

 Erika Watson auf ihrem Grundstück in Hengstbach. Foto: Marco Wille
Erika Watson auf ihrem Grundstück in Hengstbach. Foto: Marco Wille FOTO: Marco Wille
Zweibrücken. Wer sind die Menschen, die in unserem Wahlkreis für den Landtag kandidieren? In einer Serie porträtiert der Pfälzische Merkur die sechs Direkt-Kandidaten. Heute: Erika Watson von der FDP. Lutz Fröhlich

Auf einem Wahlkampf-Foto posiert sie mit nackten Füßen, als Ort für das Gespräch mit dem Merkur wählt sie ein leerstehendes Haus: Erika Watson macht manches anders. Manches anders gemacht werden müsse auch in Rheinland-Pfalz und im Wahlkreis Zweibrücken , findet die 39-Jährige - und kandidiert deshalb für den Landtag.

Das Haus in Hengstbach will sie sanieren und dort bald mit ihren beiden Kindern einziehen. Modernisierungsbedarf sieht die Liberale auch in der Bildungspolitik. Das fange mit den Kindergärten an, wo "die Erzieherinnen nicht mit Hausmeisterproblemen belastet werden dürfen", gehe weiter mit einer flächendeckenden "besseren Verzahnung zwischen Kitas und Grundschulen wie heute schon in Hornbach" bis hin zu einer konsequenten Digitalisierung aller Schulen: "Warum gibt man Schülern nicht Notepads, auf denen die Lehrbücher gespeichert sind, statt Kindern jeden Tag zehn Bücher mitschleppen zu lassen?" Schulen bräuchten zudem mehr Freiheit, eigenverantwortlich über Personal und Ausstattung zu entscheiden.

Was würde noch besser in Rheinland-Pfalz und unserer Region, wenn Watson im Landtag wäre? "Die Südwestpfalz würde wieder gehört werden, Bürger-Anliegen wieder nach Mainz getragen." Bestes Beispiel sei das Stadt-Umland-Konzept: "Die wollen nicht die vorgesehenen Maßnahmen wie Überflieger und Wasserspiele - denen geht's um Infrastruktur: bessere Busverbindungen, um vom Dorf zum Beispiel zum Einkaufen wegzukommen, den vierspurigen B 10-Ausbau oder die S-Bahnverlängerung." Einen kompletten Neustart des Stadt-Umland-Konzepts fordert Watson aber nicht: "Das wäre viel zu teuer."

Zu den zentralen Wahlkampf-Forderungen Watsons gehört auch mehr Sicherheit in unserer Region. Vor allem in Dörfern in der Grenze zu Frankreich würden "Einbrüche und Überfälle dreist bei Tageslicht durchgeführt". Sie kenne ein Kind, das habe deshalb sogar auf sein Sparschwein geschrieben: "Bitte nehmt das Geld, aber lasst das Sparschwein." Wichtig wären mehr Polizisten, die Streife fahren und gehen. Dagegen sei der Verwaltungsapparat der Polizei "zu aufgeblasen". Watson plädiert auch dafür, "das Ansehen öffentlicher Berufe wie der Polizei wieder zu stärken: Es muss wieder salonfähig zu werden zu sagen, ich bin Polizist, Lehrer oder Kindergärtner ."

In der FDP ist die Deutsch-Amerikanerin aufgrund ihrer eigenen Lebenserfahrung. Sie habe oft Chancen bekommen und diese dann genutzt: "Genau dafür steht auch die Politik der FDP - Chancen zu bieten, sodass Menschen die Freiheit haben zu sagen, die möchte ich nutzen oder nicht."

Und warum nun zeigt Watson im Wahlkampf freie Füße? "Die Kandidaten-Fotos sollten einen Business-Casual-Look haben. Mein Foto steht dafür, dass es gilt, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn man Verantwortung für andere hat."

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Zur PersonErika Watson wurde am 30. Oktober 1976 in Panama City (Florida) geboren. Sie wuchs in den USA und Deutschland auf und hat beide Staatsbürgerschaften. Sie lebt mit ihren beiden Kindern (12 und 14) seit 2014 in Hengstbach. Nach einer Ausbildung zur Pferdewirtin sattelte sie um und studierte Kunst und Anglistik auf Lehramt. Sie unterrichtet heute Kunst und Englisch an der IGS Contwig. Watsons Lieblingsessen sind Dampfnudeln mit Vanillesoße, ihre Hobbys sind Malerei und Pferde - hier hat sie Mannschafts- und Einzel-Vielseitigkeitsmeisterschaften sowohl des Saarlands als auch von Washington State gewonnen. In der FDP ist die Ex-Hornbacherin stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Pfalz sowie Beisitzerin im Kreis- und Verbandsgemeindevorstand. lf