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Projekt „Space Driver“ ein Erfolg
Ein Klassenzimmer hebt ab

Pünktlich um neun Uhr wurde der „Space Driver“ in den Himmel geschickt. Um 11.15 Uhr landete er auf einem Feld bei Reifenberg – mit tollen Aufnahmen.
Pünktlich um neun Uhr wurde der „Space Driver“ in den Himmel geschickt. Um 11.15 Uhr landete er auf einem Feld bei Reifenberg – mit tollen Aufnahmen. FOTO: nlg
Zweibrücken. Mannlich-Schüler schicken Sonde in die Stratosphäre. Die landet wenig später mit tollen Aufnahmen „von oben“. Von Nadine Bröcker

Das Klassenzimmer am Rande des Weltalls – so nennt die Mannlich-Realschule plus das außergewöhnliche Projekt, welches am Freitagmorgen sprichwörtlich in den Himmel geschickt wurde.

„Wir wollen unsere Schüler für Naturwissenschaften begeistern und unterschiedliche Disziplinen von ,MINT’ erlebbar machen. Aus diesem Grund haben wir ein außergewöhnliches Schulprojekt entwickelt, an das sich unsere Schüler noch lange erinnern werden“, erklärt Konrektor Marc Sadowski in einer Pressemitteilung. Und das sah dann so aus: Eine Styroporsonde, von den Schülern „Space Driver“ getauft, wurde mit einem mit Helium gefüllten Wetterballon auf die Reise in die Stratosphäre geschickt. Diese zeichnete auf ihrem Flug verschiedene Messwerte, wie Temperatur, Höhe oder Luftdruck auf und nebenbei auch noch Fotos und Videos auf. Da dies gewiss nichts Alltägliches ist, wurde dieser erste Stratosphärenflug des „Space Drivers“ auch gebührend eingeleitet und gefeiert. Bereits in den ersten beiden Schulstunden beschäftigten sich die Schüler mit der anstehenden Aktion, lernten allerlei über die Stratosphäre und fertigten „Gute-Reise-Plakate“ an. In der dritten Schulstunde versammelten sich dann alle auf dem Vorplatz der Schule, um mit einem Countdown den „Space Driver“ in den Himmel zu schicken. Dieser wurde pünktlich um neun Uhr losgelassen, während die Schüler das schnelle Aufsteigen des Ballons passend mit Sido und Andreas Bouranis „Astronaut“ („Ich heb’ ab. Nichts hält mich am Boden“) begleiteten. Während der Ballon also seine abenteuerliche Reise aufnahm, widmeten sich die Schüler bis zur sechsten Stunde dem Projekt „Neue Horizonte“ im Klassenverband. Unterdessen machte sich nur wenig später ein Bergungsteam auf den Weg, schließlich sollte die Sonde irgendwann wieder zur Erde zurückkehren. Um diese wiederzufinden, war sie zuvor mit einem GPS-Sender ausgestattet und natürlich auch bei der Deutschen Flugsicherung angemeldet worden. Zwei Stunden und 15 Minuten dauerte der Flug, bevor sie auf einem Feld zwischen Schmitshausen und Reifenberg geborgen werden konnte. „Es lief wirklich perfekt, wir sind total begeistert“, erklärt Schulleiter Markus Meier nach der Bergung. „Es gibt supertolle Aufnahmen, Fotos und Filme“, fährt er fort. An denen durften kurz danach natürlich auch die Schüler und Eltern teilhaben, die am Nachmittag zum Grillen und Völkerballturnier eingeladen waren. Aber auch interessante Daten konnten bereits ausgewertet werden. So erreichte der „Space Driver“ eine Höhe von 33 159,4 Metern, bevor der Ballon am höchsten Punkt platzte und die Sonde sicher mit dem Fallschirm zu Boden segelte. Damit flog sie etwa dreimal so hoch wie ein Verkehrsflugzeug. Die niedrigste Außentemperatur konnte mit minus 50 Grad bei etwa 10 000 Metern Höhe gemessen werden, die maximale Außentemperatur betrug 30,5 Grad. Und schnell war sie auch noch, lag die maximale Geschwindigkeit doch bei ganzen 116 Stundenkilometern. Übrigens wurde die erstmalige Anschaffung in Höhe von zirka 2000 Euro nicht durch den Schulträger, sondern durch die Spende zweier Unternehmen finanziert. Eine Wiederholung der Aktion soll dann nur noch etwa 500 Euro kosten, und die ist in Zukunft für jedes Jahr fest vorgesehen.