| 20:30 Uhr

Vereine
Ein Gottesdienst über den tieferen Sinn der Fastnachtszeit

Kostümiert den Gottesdienst besuchen - das ging am Sonntag in der Zwinglikirche.
Kostümiert den Gottesdienst besuchen - das ging am Sonntag in der Zwinglikirche. FOTO: leh
Niederauerbach. In der Zwinglikirche stand am Sonntag alles im Zeichen der Fastnacht. Pfarrer Matthias Stickler erklärte, was es damit auf sich hat.

Mit einem Bollerwagen, beladen mit Faschingsutensilien, hielten jugendliche Narren, hauptsächlich Präparanden, am Sonntag Einzug in die Niederauerbacher Zwinglikirche, an der Spitze ein Clown mit knallroten Haaren, gesetztere Narren und Nichtnarren hatten inzwischen auf den Bänken Platz genommen. „Es geht heute um Freude und Trauer, um Spaß und Ernst, um Lachen und Weinen, beides gibt es in der Welt. Gott steht uns in beiden Lebensphasen bei, auf ihn ist Verlass“, erklärte Pfarrer Matthias Strickler. Ein Lied wurde gesungen, eine kurze Ansprache gehalten. Dann durften die Kinder aus einem Behälter kleine Bildchen aussuchen, lustige, heitere, dunklere und traurige, die sie zu zwei Reihen auf einem Klebestreifen sortierten. Sie stoßen einander nicht ab, laufen parallel, kreuzen sich und laufen wieder auseinander.

Pfarrer Matthias Strickler begleitete das alles sehr behutsam, dirigierte den Verlauf, und dämpfte auch ein wenig den Übermut. Während der kurzen Predigt bastelten die Präparanden in einem Nebenraum, um die Ergebnisse anschließend der Gemeinde zu zeigen, die die Arbeit der jungen Besucher mit Beifall belohnte. Und dann war der Gottesdient auch schon beinahe vorbei. Zum Ausklang gab es aber zu diesem Fastnachtsgottesdienst in gemütlicher Runde Kleinigkeiten zu essen und zu trinken, was nicht alltäglich ist. So war es auch kein Wunder, dass sich die Gemeinde derart locker zeigte, was auch die Kinder freute. Alte Bekannte schüttelten sich die Hände, fragten nach diesem und jenem. „Gott sieht in die Herzen“, bemerkte Pfarrer Matthias Strickler.Um den geordneten Ablauf des Vormittags kümmerte sich Kirchendiener Holger Langfeld. Auch das Verkleiden in der Kirche ist alles andere als alltäglich. Doch Matthias Strickler weiß warum: „Wir verkleiden uns an Fasching, um uns einmal so benehmen zu können, wie wir eigentlich nicht sind, all dies endet in der Fasenacht, der Nacht vor dem Fasten. Jesus kam in die Welt, um uns unsere wahre Identität zu zeigen.“

Spaß am Verkleiden hatten natürlich insbesondere die jungen Gottesdienstbesucher, wie der 13-jährige Rian und die zwölfjährige Karol, die begeistert erklärten: „ Wir haben schon öfter Aufführungen gemacht, aber jetzt zum ersten Mal an Fasching, das macht viel Spaß“.



Daria, fünf Jahre alt, sieht in ihrem Kostüm richtig drollig aus: „Ich bin heute eine Maus“, sagt sie verschmitzt. Hilde Grimm hingegen besuchte nicht nur aus Fastnachtsgründen die Kirche und den Gottesdienst: „Ich bin durch und durch Auerbacherin, ich geh jeden Sonntag in die Zwinglikirche, so beginnt mein Sonntag“, erklärte sie. Christel Rußhardt ist insbesondere vom Engagement des Pfarrers begeistert, was die jungen Besucher betrifft: „Unser Pfarrer macht auch immer einen Gottesdienst mit den Kindern vom Kindergarten, das finde ich prima“.