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Nerother Wandervogel
Ein bisschen Abenteuer muss schon sein

Die beiden Nerother Willi Schwartz und Berthold Ludwig sind  unterwegs in Mexiko – immer mit dabei: die Musikinstrumente.
Die beiden Nerother Willi Schwartz und Berthold Ludwig sind  unterwegs in Mexiko – immer mit dabei: die Musikinstrumente. FOTO: Nadine Bröcker
Zweibrücken/Elversberg. Der Nerother Wandervogel ist wieder unterwegs, diesmal in Mexiko und anderen Teilen Mittel- und Südamerikas.

() Einmal im Jahr machen sich die Nerother Wandervögel mit ihren Instrumenten und in ihrer Ordenskleidung auf den Weg, einen Teil der Welt zu entdecken. Die politisch und religiös ungebundene Bruderschaft wurde 1921 in Neroth in der Eifel gegründet und es entstand auch in Zweibrücken in Verbindung mit Elversberg ein Ableger dieses Ordens. Insgesamt 20 Männer gehören dem Orden der Nansteiner an, sechs davon der Zweibrücker Gruppe, 14 der Gruppe aus Elversberg.

Damals wie heute bestand der Sinn des Ordens darin, die Welt zu erkunden. Und so machten sie sich am Freitagnacht auf zu ihrer dreiwöchigen Großfahrt, die in diesem Jahr nach Mexiko führt. Manchmal bleibt ein Nerother Wandervogel auch mal irgendwo in der Welt hängen, wie der Ordensbruder, der sich in Mexiko vor vielen Jahren verliebt hat. „Und dort fahren wir jetzt mal vorbei“, erklärt Willi Schwartz, Ordensführer des in Zweibrücken ansässigen Nerother Ordens der Nansteiner. „Wir bleiben dort aber nicht nur vor Ort“, fügt Ordensbruder Berthold Ludwig hinzu. Was die Männer ab dort erleben, steht bis dahin in den Sternen, denn ein festgeschriebenes Programm gibt es nicht. Stattdessen sind die Unternehmungen immer abhängig von dem was sie erleben, von Begegnungen mit Land und Leuten und den Vorschlägen der Menschen vor Ort.

Wenn alles gut geht, wird in Mexiko ein weiterer Ordensbruder zu der Gruppe stoßen, den es nach Kolumbien verschlagen hat. Nur die grobe Richtung steht fest, eventuell soll es von Mexiko nach Kuba gehen, mit dem Zug, statt wie in Amerika per Anhalter, weil dies im unruhigen Mexiko natürlich die sicherere Alternative ist. Alles andere lässt die Gruppe auf sich zukommen, auch was die Schlafmöglichkeiten betrifft. „So ein bisschen Abenteuer muss noch dabei sein“, findet Willi Schwartz.



Abenteuer haben die Männer schon jede Menge erlebt. Europa, so Willi Schwartz, haben sie mittlerweile bereits komplett bereist. Außerdem ging es unter anderem quer durch Afrika und Nordamerika. Was ihre Fahrten ausmacht? „Leute kennenlernen, treiben lassen und gucken, was passiert“, sind sich beide Ordensbrüder einig. Immer mit auf Reisen: ihre Instrumente, die in jüngeren Jahren auch dazu dienten, per Straßenmusik Geld in die Reisekasse zu spielen. Heute dienen sie nur noch der Unterhaltung, aber die soll natürlich auch nicht fehlen.

Die Nerother, so erklärt Willi Schwartz, seien nämlich seit jeher bekannt für Gesang und Gitarre spielen und dies sei neben dem Bau der Burg Waldeck, gewissermaßen der Versammlungssitz der Jugendbewegung und heute im Besitz der Nerother, und der Großfahrt sogar im Gründungsvertrag festgeschrieben.

Vor dem Abflug vom Flughafen Frankfurt aus gab es für die Nerother natürlich auch noch eine kleine Abschiedsfeier im Gasthaus, bevor sie dort um drei Uhr in der Frühe abgeholt wurden, um sich über New York auf den Weg nach Mexiko City und vor dort weiter ins 800 Kilometer entfernte Vera Cruz bei sommerlichen 28 Grad zu machen. Gute Reise.