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Eichenprozessionsspinner
Teure Bekämpfung von Schädling

Ein Nest mit Eichen-Prozessionsspinnern hängt an einem Baum. Menschen sollten Kontakt mit den giftigen Haaren des Tieres unbedingt vermeiden.
Ein Nest mit Eichen-Prozessionsspinnern hängt an einem Baum. Menschen sollten Kontakt mit den giftigen Haaren des Tieres unbedingt vermeiden. FOTO: dpa / Bodo Marks
Zweibrücken/Rieschweiler. Rund 17 500 Euro kostete Zweibrücken Kampf gegen Eichenprozessionsspinner. Aktuell Befall in Rieschweiler. Von Mathias Schneck

Schmetterlinge sind als Tiere echte Sympathieträger. Die meisten Menschen mögen die zarten, anmutigen Geschöpfe. Doch gibt es einen Vertreter dieser Gattung, der nicht nur unsympathisch ist, sondern regelrecht gefährlich: „Thaumetopoea processionea“, nennen ihn die Biologen, auf gut deutsch: Eichenprozessionsspinner.

Aktuell sorgt ein Befall mit diesem Schädling in Rieschweiler für Ärger. Der Eichenprozessionsspinner hat sich in Bäumen am Sportplatz der SG Rieschweiler eingenistet. Da die giftigen Haare dieser Tiere bei sensiblen Menschen schwere Allergien und andere heftige Reaktionen auslösen können, sollen nun einige der Bäume weichen, der Förster hat grünes Licht dafür gegeben (wir berichteten).

In Zweibrücken ist die Lage etwas entspannter, erklärt Stadtsprecher Heinz Braun auf Anfrage unserer Zeitung. „Der Eichenprozessionsspinner war im Zeitraum von  Mitte bis Ende Juni einige Tage für uns ein ernstes Thema. Vor allem an drei Tagen hatten wir in Zweibrücken einen starken Befall“, erklärt Braun. Inzwischen sieht er die Gefahr gebannt, die Schädlinge seien wirksam bekämpft worden. „Die Maßnahmen dafür haben insgesamt rund 17 500 Euro gekostet“, so Braun. Eine Spezialfirma habe die Nester aufgesaugt.



An rund 30 Stellen sei ein Befall festgestellt worden, sieben Gebiete seien sehr stark vom Eichenprozessionsspinner befallen gewesen, bilanziert der Stadtsprecher.

Betroffen seien folgende Bereiche in Zweibrücken beziehungsweise in den Vororten gewesen: In Mittelbach war der Spielbereich an der Kita betroffen, hier musste die Kita für die Zeit der Bekämpfung gesperrt werden. Befallen waren auch Bereiche nahe des Freibades, in der Verlängerung der Fruchtmarktstraße, der Bereich Oselbachstraße/Bahneinschnitt, das Gebiet  Rimschweiler  Straße, Einfahrt Birkhausen, ferner in Rimschweiler  zwischen Hasenheim und Spielplatz sowie die Vogesenstraße und die Forstbergstraße, das Areal unterhalb der Mannlich-Realschule, die Christoph-Knorr-Straße Eingang Spielplatz, in Niederauerbach der  Bereich Sechsmorgen. Betroffen sei stets Eichen gewesen. Damit machte der Eichenprozessionsspinner seinem Namen alle „Ehre“. Allerdings beobachten Experten, dass sich die Tiere teilweise auch andere Bäume für ihre Nester aussuchen.

Ist nächstes Jahr wieder mit einem derartigen Befall zu rechnen? Braun räumt ein, dass dies schwer zu beantworten sei. Der Schädling sei heuer zwar wirksam bekämpft worden, aber ob er nächstes Jahr wieder auftauche, lasse sich kaum einschätzen.