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Ehre für großen Zweibrücker

Diese fotorealistische Darstellung gibt einen guten Eindruck davon, wie die Skulptur wirken wird. Foto: Hochschule Zweibrücken
Diese fotorealistische Darstellung gibt einen guten Eindruck davon, wie die Skulptur wirken wird. Foto: Hochschule Zweibrücken FOTO: Hochschule Zweibrücken
Zweibrücken. Hermann Anschütz-Kaempfe ist einer der bedeutendsten Söhne der Stadt Zweibrücken. Wichtige Erfindungen gehen auf sein Konto – unter anderem schuf er den Kreisel-Kompass. Am Kreisel an der Hochschule soll Anfang 2015 als Hommage an ihn ein großes Modell eines Kreisel-Kompass' aufgestellt werden. Gefertigt wird dieses von Terex. Mathias Schneck

Er war promovierter Kunsthistoriker - aber sein Geld verdiente er mit technischen Erfindungen . Hermann Franz Joseph Hubertus Maria Anschütz-Kaempfe (1872 - 1931) war eine Persönlichkeit mit vielen Facetten. Er dürfte er zu den größten Söhnen zählen, die Zweibrücken hervorgebracht hat. Aber es gibt wohl nur wenige Bürger, die heute noch etwas mit seinem Namen anfangen können. Dies zu ändern, hat sich nun eine Initiative auf die Fahnen geschrieben.

Professor Patrick Klär von der Hochschule Zweibrücken koordiniert diese Initiative. Er erklärt im Gespräch mit dem Merkur: "Eine der wichtigsten Erfindungen , die Hermann Anschütz-Kaempfe machte, ist der Kreisel-Kompass." Um diese Erfindung zu würdigen und die Person Anschütz-Kaempfe wieder mehr in das Bewusstsein der Bürger zurückzubringen, werde derzeit eine große Skulptur eines Kreisel-Kompass' gefertigt. Sie soll nächsten Februar oder März im Kreisel an der Hochschule aufgestellt werden, so Klär. "Terex hat sich bereit erklärt, das Modell anzufertigen. Mitarbeiter aus dem Stahlbau am Standort Bierbach sind gerade dabei, die einzelnen Bauteile zuzuschneiden; danach wird alles geschweißt und anschließend kugelgestrahlt."

Terex leiste diese Arbeit aus freien Stücken. Es ist nicht das einzige Unternehmen, das ehrenamtlich daran mitwirkt, Anschütz-Kaempfe ein Denkmal zu setzen. Auch die Unternehmen Pallmann, Comlet, imar, das Ingenieurbüro Walther Jung, der UBZ, die Gewobau, die Stadtwerke, der Rotary-Club Homburg-Zweibrücken sowie die Familie Rolf Dietrich sind Unterstützer. Letztgenannter sei die treibende Kraft für die Skulptur gewesen, sagt Professor Klär. Der pensionierte Berufsschullehrer Dietrich sei schon seit längerer Zeit von der Idee getrieben, Anschütz-Kaempfe wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken und in dieser Sache bei der Leiterin des Stadtmuseums, Charlotte Glück-Christmann, und an der Hochschule vorstellig geworden, was den Anstoß gab.

Dietrich ist vielen Zweibrückern auch durch sein Engagement für ein U-Boot-Modell, das eine Hommage an Wilhelm Bauer darstellt, bekannt. Bauer arbeitete einst als Ingenieur bei Dingler und entwarf mit dem sogenannten Brandtaucher den Prototyp des U-Bootes; dank des Engagements von Dietrich konnte ein Modell dieses Brandtauchers geschaffen werden (wir berichteten).

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Zur PersonHermann Anschütz-Kaempfe wurde am 3. Oktober 1872 in Zweibrücken geboren. Sein Vater war der Münchner Friedrich Wilhelm Anschütz, von Beruf Lehrer, seine Mutter Maria Johanna Schuler stammte aus einer Zweibrücker Unternehmerfamilie. Anschütz-Kaempfe studierte an der Universität Innsbruck zunächst Medizin, wechselte dann aber zur Kunstgeschichte, worin er auch promovierte. Nach seinem Studium und einigen Reisen widmete er sich diversen Erfindungen ; unter anderem konstruierte er den Einkreiselkompass, der erstmals 1908 auf dem deutschen Linienschiff SMS Deutschland verwendet wurde. 1915 gewann er einen Patentstreit bezüglich des Kreiselkompass gegen Elmer Ambrose Sperry; im Zuge dieser Streitigkeiten lernte er Albert Einstein kennen, der als Gutachter hinzugezogen worden war. Anschütz-Kaempfe und Einstein freundeten sich an. Anschütz-Kaempfe wurde durch seine Erfindungen wohlhabend, unter anderem machte er der Universität München umfangreiche Schenkungen. Anschütz-Kampfe starb am 6. Mai 1931 in München. red