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E-Bike-Verleih wird reduziert

Pm-ek-ebike Von Merkur-Redakteur Eric Kolling

Zweibrücken. Dem Rücken- folgt der Gegenwind: Elektrisch unterstützte Fahrräder, sogenannte Pedelecs galten noch vor zwei Jahren als der touristische Trend der nächsten Jahre. Jetzt ist der Boom schon wieder vorbei. Die Nutzerzahlen waren bereits im Startjahr 2010 nicht bestechend (wir berichteten), dennoch folgten die Stadt Zweibrücken und die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land dem Trend. Im Kloster Hornbach, dem Zweibrücker Campingplatz, dem Freizeitpark "World of Fun", dem Romantikhotel Landschloss Fasanerie und dem Warmfreibad Contwig wurden die sogenannten E-Bikes stationiert, dem Ganzen mit "Rückenwind" ein peppiger Titel verpasst. Die Region spielend leicht erradeln - das wollten aber nur wenige mit den Leih-Bikes. Deshalb sind die Anbieter abgesprungen, einer nach dem anderen. Zuletzt Patrick Lang vom Zweibrücker Campingplatz. Nach derzeitigem Stand kann man 2012 lediglich vom Contwiger Warmfreibad aus die Region erradeln. "Wir ziehen uns aus dem Projekt zurück", erklärt Kurt Pirmann, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Der Anschub sei erledigt, es sei nicht die Aufgabe den lokalen Anbietern wie Radsportgeschäften Konkurrenz zu machen, indem man über die öffentliche Hand in die Märkte eingreife. Hintergrund: Fahrradfreunde hätten die E-Bikes meistens getestet und dann selbst gekauft. Das konstatiert auch der Zweibrücker Kulturamtsleiter Thilo Huble. "Irgendwann ist für bestimmte Themen die Luft raus. Das muss man sehen und neue Ideen entwickeln." Auch andere Produkte wie die Skatenights seien nur eine gewisse Zeit gelaufen, die kulinarischen Stadtführungen hingegen funktionierten noch immer. Auch wenn Huble andeutet, den Verleih auf dem Campingplatz wie im ersten Angebotsjahr 2010 vielleicht noch mal durch städtische Mittel zu subventionieren, um Patrick Lang so zum Umlenken zu bewegen, sieht er darin zugleich keine Dauerlösung. Auch verbesserte Werbung dürfte nichts daran ändern, dass "kein Bedarf da ist" (Huble). Das gelte nicht nur für Zweibrücken. In der ganzen Verbandsgemeinde erhalte er entsprechende Rückmeldungen, immer mehr Anbieter sprängen ab. Als Alternativen nennt er Segways, also elektrisch angetriebene Einpersonen-Transporter. Weit im Hinterkopf überlege man, entsprechende Touren anzubieten. Da sich die Anschaffung aber auf 7000 bis 10 000 Euro belaufe, könne man dies angesichts der maroden Haushaltslage nicht selbst finanzieren. Foto: pma/mw